Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl

- ein Gewürz mit verborgenem Potential

„Schwarzkümmel heilt jede Krankheit, außer den Tod“, wird aus dem Islam überliefert. Bei Durchsicht aktueller Studien erscheint das Zitat tatsächlich als eine Art Prophezeiung, denn vom Immunsystem, über Lunge bis hin zur Leber und dem Magen-Darmbereich wurden wissenschaftlich positive Wirksamkeiten des Schwarzkümmelöls belegt. Unterstützung finden somit nicht nur Pferde, die an einem Sommerekzem leiden, sondern auch bei Husten, Verdauungsbeschwerden sowie Leberproblemen kommt das Schwarzkümmelöl zum Einsatz.

Was ist Schwarzkümmel?

Die lateinische Bezeichnung des Gewächses lautet Nigella sativaund ist beheimatet sowie kultiviert im westlichen Asien bis Indien sowie Ägypten. Die krautige Pflanze wird bis 30 cm hoch, zeigt wechselständige, dreifach fiederteilige Blätter und eine leichte Behaarung. Auffallend sind die Spitzen der weißen Blütenblätter mit einer zart grünlichen oder bläulichen Färbung am Rand. Die Samen entwickeln sich direkt aus den Blüten und zeigen ein schwarzes, dreikantiges und runzeliges Bild. Aus pharmazeutischer Sicht werden ausschließlich die Samen verwendet und als Öl oder Tee zubereitet. 

Was wirkt im Schwarzkümmelöl?

Grob zusammengefasst sind im Schwarzkümmel ätherisches Öl, fettes Öl, Saponin, Gerbstoffe, Bitterstoffe sowie Vitamin K1 und Aminosäuren enthalten. Die Wirkstoffgruppen Nigellon und Thymochinon sind aus arzneilicher Sicht vor allem im kaltgepressten Schwarzkümmelöl interessant. Beide findet man in einer großen Anzahl an human- und veterinärmedizinischen Studien wieder wie zum Beispiel in der Krebsforschung. Definitiv nachgewiesen sind antimikrobielle (gegen Bakterien und Pilze), antiparasitische, antidiabetische (Insulinspiegel senkend), antioxidative (Radikalfänger), entzündungshemmende, schwach analgetische (schmerzstillend), antitumorale (hemmt das Wachstum von Tumorzellen) und immunmodulierende Effekte (senkt das Risiko einer Immun-Überempfindlichkeitsreaktion).

Wo findet Schwarzkümmelöl seine Anwendung?

In der Veterinärmedizin kommt das Schwarzkümmelöl vorwiegend zur inneren Anwendung bei:

  • einem gestörten Immunsystem (Ekzemer, Autoimmunerkrankungen, Allergikern, E. Sarkoid)
  • Atemwegserkrankungen (Husten, allergisch bedingter Husten bzw. Asthma, Bronchitis)
  • Leber- und Nierenproblemen
  • Diabetes
  • entzündlichen Prozessen im Pferdekörper (entzündungshemmend und leicht schmerzstillend)
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsstörungen wie Durchfall und Blähungen

Man sieht, die Wirkung des Schwarzkümmelöls ist umfangreich und noch lange nicht komplett erforscht. Sogar zur äußerlichen Anwendung kann man Schwarzkümmelöl bei kleineren Wunden und Druckstellen dünn auftragen. 

Was ist bei der Fütterung zu beachten?

Das Schwarzkümmelöl sollte in einem schonenden, kaltgepressten Verfahren hergestellt werden, bei der die Temperatur von 60 Grad Celsius nicht überschritten wird, um die wertvollen Inhaltsstoffe und deren biochemische Zusammensetzung nicht zu zerstören. Nur durch hohe Qualität in der Herstellung, können sich die gesundheitsfördernden Effekte des Schwarzkümmels entfalten. Manche Pferde reagieren bei plötzlicher Fütterung von fetten Ölen mit Durchfall, daher ist es empfehlenswert mit einer sehr geringen Menge zu beginnen und erst langsam auf die volle Tagesdosis zu steigern. Ernährungsphysiologisch wird empfohlen unterschiedliche Öle als Nahrungsergänzung in Kuren abwechselnd zu verfüttern. 

Verfasserin: Bianca Becker-Slovacek am 10.10.2018

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Quellenverzeichnis und weiterführende Literatur

Ahmadi, M., Scurtu, M., Tulcan, C., Boldura, O.-M., Milovanov, C., Hutu, I., . . . Dronca, D. (2016). Nigella Sativa - a Plant with Personality in Biochemistry and Experimental Medicine Researches. Bulletin UASVM Veterinary Medicine 73[2], 203 - 209.

Blaschek, W. (2016). Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka.Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

Krist, S., Buchbauer, G., & Klausberger, C. (2008). Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle.Wien: Springer Verlag.

Marschik, T. (2014). Literaturstudie über die antivirale Wirkung von Heilpflanzen und ihrer Anwendung in der Veterinärmedizin.Wien: Diplomarbeit Veterinärmedizinische Universität Wien.

Pahlow, M. (2013). Das große Buch der Heilpflanzen.Hamburg: Nikol Verlag.

Shafiq, H., Ahmad, A., Masud, T., & Kaleem, M. (10. Oktober 2014). Cardio-protective and anti-cancer therapeutic potential of Nigella sativa. Iranian Journal of Basic Medical Sciences, S. 967-979.

Wohlgenannt, I. (2016).Einsatz und Bedeutung von pflanzlichen Arzneien im Bereich des Respirationstraktes von Pferden im deutschsprachigen Mitteleuropa im Wandel der Zeit.Wien: Diplomarbeit Veterinärmedizinische Universität Wien.

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