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Raufutter für Pferde: Heu, Heulage oder Silage - was ist gesund?

Raufutter ist die Basis für die artgerechte Ernährung des Pferdes. Das komplexe Verdauungssystem des Pferdes ist optimal an die ständige Aufnahme von strukturreichem, langsam verdaulichem Futter angepasst, wie es auf natürlich gewachsenen, mageren Wiesen zu finden ist. Grünfutterkonserven wie Heu, Heucobs, Heulage oder Silage sollen sicherstellen, dass das Pferd das ganze Jahr über gut mit Raufutter versorgt ist. Doch nicht alle Arten von Raufutter sind für Pferde gleich gut geeignet. Abgesehen von schwankenden Qualitäten gibt es große Unterschiede punkto Verträglichkeit. Worauf du bei den verschiedenen Arten von Raufutter besonders achten solltest, liest du hier.

Was versteht man unter Raufutter?

Futtermittel mit einem hohen Gehalt an strukturierter Rohfaser werden als Raufutter bezeichnet. Neben dem Weidegras fallen darunter alle Formen, in denen Grünfutter haltbar gemacht werden kann:

  • Heu – getrocknetes Grünfutter von Wiesen und Weiden oder vom Acker
  • Heupellets und Heucobs – nach Wärmetrocknung gehäckseltes und gepresstes Grünfutter
  • Silage – Grünfutter, das unter Luftabschluss durch Milchsäuregärung (Silierung) haltbar gemacht wird
  • Heulage – angetrocknetes, noch feucht geerntetes, siliertes Heu. Heulage oder „Gärheu“ enthält weniger Wasser als Silage.
  • Auch Stroh zählt zum Raufutter. Stroh hat einen geringen Nährwert und kann zur Ergänzung von Heurationen und zur Beschäftigung der Pferde gefüttert werden.

Warum ist Raufutter für Pferde wichtig?

Die Aufnahme von Raufutter ist die Grundlage für ein funktionierendes Verdauungssystem des Pferdes. Der gesamte Verdauungsprozess ist darauf ausgerichtet, rohfaserreiche, zellulosehaltige Pflanzen aufzuschließen und daraus alle Nährstoffe zu gewinnen, die der Organismus braucht.

Verdauung und Magen des Pferdes

Die Verdauung beginnt bereits bei der Futteraufnahme. Bei der mechanischen Zerkleinerung durch die kräftigen Backenzähne des Pferdes wird das Futter gut eingespeichelt. Für das Zerkauen von 1 kg langfaserigem Heu sind ca. 3.000–3.500 Kaubewegungen nötig, wobei das Pferd ca. 5 l Speichel produziert. Zum Vergleich: Beim Zerkauen von 1 kg Hafer werden nur 1,5 l Speichel gebildet. Die Schleimstoffe im Speichel ermöglichen das Abschlucken des Futters und die Passage durch die Speiseröhre. Der Speichel enthält bereits Verdauungsenzyme, die in Verbindung mit der Magensäure mit der Verdauung von Eiweiß beginnen. Weiters reguliert der Speichel den pH-Wert im Magen und wirkt als Puffer gegen Übersäuerung.

Der Magen des Pferdes ist mit rund 15 l Fassungsvermögen sehr klein. Er stellt nur ein Zehntel des gesamten Verdauungsvolumens dar. Bei der ganztägigen Aufnahme von Raufutter wird er nie leer, da ständig neues Futter nachkommt, das zwei bis sechs Stunden im Magen verbleibt und durch den Druck des neu ankommenden Futterbreis weiter in den Darm geschoben wird.

Der Magen des Pferdes produziert täglich 10 bis 30 l Verdauungssaft, selbst wenn das Pferd kein Futter bekommt. Der Magensaft enthält unter anderem Salzsäure. Die innere Magenwand ist zwar von einer dicken Schleimhautschicht geschützt, trotzdem führt eine längere Zeitspanne ohne als Puffer wirkendes Raufutter zu Schädigung der Magenschleimhaut durch Säuren und Verdauungsenzyme, was Magengeschwüre zur Folge hat. Wenn das Pferd länger als 4 Stunden keinen Zugang zu Raufutter hat, bleibt das Futter zu lange im Magen. Damit wird der Mageninhalt zu stark angesäuert. Wird dann, beispielsweise nach mehreren Stunden im befestigten Auslauf, als Erstes Kraftfutter gefüttert, steigt der pH-Wert im Magen weiter an, was zu Gasbildung und Koliken führen kann. Auch Bakterien und Pilze können leichter überleben und in den Darm des Pferdes wandern. Schon die alten Stallmeister wussten: Immer Raufutter vor Kraftfutter!

Da im Magen des Pferdes keine bakterielle Fermentation des Futterbreis stattfindet, kann der Zelluloseanteil der Pflanzen dort nicht abgebaut werden. Die Raufaserpartikel gelangen in den rund 20 m langen Dünndarm. Sind diese Futterteilchen zu groß, z. B. weil das Pferd gierig gefressen und nicht ausreichend gekaut hat oder weil es Zahnprobleme hat, können sie die Verdauung verlangsamen, was zu Imbalancen im Darmmilieu, Kotwasser und Koliken führt.

Achtung: Strukturanteile im Kraftfutter, die das Pferd dazu bringen sollen, langsamer zu fressen, werden häufig unzerkaut abgeschluckt und können dadurch Fehlgärungen auslösen!

Den Dünndarm passiert der Futterbrei relativ schnell, schon nach ungefähr 45 Minuten gelangt er in den Dickdarm des Pferdes. Trotz der kurzen Zeitspanne werden Stärke, Eiweiß, Zucker und Fette bereits im Dünndarm durch enzymatische Verdauung gut erschlossen. Ständiges langsames Fressen von Raufutter sorgt für das genau richtige Tempo der Futterpassage und für optimale Nährstoffaufnahme. Nach längerer „Leerzeit“ verkürzt sich die Verdauungszeit im Dünndarm und damit auch die Aufnahme von Nährstoffen. Das bedeutet, dass auch Kraftfutter nicht richtig verwertet werden kann, wenn nicht genügend Raufutter gefüttert wird.  

Der Nahrungsbrei, der im Dickdarm ankommt, besteht hauptsächlich aus Raufasern: Zellulose, Lignin (Baustoff der verholzten Pflanzenteile), noch unverdauten Proteinen. Pferde können bis zu 90 % reiner Zellulose verwerten und gewinnen daraus durch den Umbau zu Zucker und Fettsäuren im Dickdarm ¼ ihrer Energie. Der Dickdarm funktioniert wie eine Art „Gärkammer“, in der Mikroorganismen die schwer aufschließbaren Teile der Nahrung zersetzen. Durch die bakterielle Aktivität im Dickdarm entsteht eine beträchtliche Menge von Gasen.

Auch hier ist die Aufnahme von Raufutter die Voraussetzung für ein gesundes Darmmilieu, das mit eventuell aus Magen und Dünndarm angeschwemmten schädlichen Bakterien und Pilzen gut zurechtkommt und deren Ausscheidung fördert. Bei mangelndem Raufutterangebot und gleichzeitiger Fütterung von Kraftfutter, das Zucker, Stärke und Proteine enthält, kommt es zu Verschiebungen des pH-Wertes und zur Schädigung der Darmflora im Dickdarm. Aufgasung, Kotwasser und Koliken können die Folge sein.  

Achtung: Jede Verschiebung der Darmflora führt automatisch auch zu einer höheren Belastung von Leber und Nieren! Ein Futterwechsel, sei es beim Anweiden oder bei Stallwechsel oder bei größeren Mengen Kraftfutter im Training, muss daher langsam erfolgen!

Im Enddarm – Grimmdarm und Mastdarm – wird dem Darminhalt Wasser entzogen, und er wird zu den charakteristischen „Pferdeäpfeln“ geformt. Die Verdauung von Raufutter dauert je nach Art und Qualität des Futters insgesamt 21 bis 40 Stunden.

Raufutter fürs Gemüt

Die kontinuierliche Raufutteraufnahme kommt dem natürlichen Fressverhalten des „Dauerfressers“ Pferd am nächsten: Unter natürlichen Bedingungen sind Pferde auf der Weide je nach Futterangebot 12 bis 18 Stunden mit Fressen beschäftigt, dazwischen legen sie Fresspausen von maximal zwei Stunden ein. Pferde in Stall- oder Auslaufhaltung, die ständigen Zugang zu Raufutter haben, entwickeln einen ähnlichen Rhythmus. Sie teilen ihre Ration in viele kleine Mahlzeiten mit Pausen dazwischen auf. Zu wenig Raufutter und zu lange Fresspausen können zu Verhaltensstörungen führen und Aggressionen in einer Pferdegruppe auslösen. Der Grund dafür ist, dass Pferde auf eine gewisse Anzahl von Kauschlägen „programmiert“ sind: Wildpferde, die an harten, verholzten Halmen knabbern müssen, brauchen 60.000 Kauschläge/Tag, um sich satt zu fühlen. Unsere Hauspferde, die viel besseres Futter zur Verfügung haben, haben ihr Kaubedürfnis mit 35.000 Kauschlägen am Tag erfüllt – und selbst das ist für manche Pferde schon zu viel des Guten. Für Pferde mit Übergewicht und/oder Stoffwechselstörungen wie PSSM und EMS haben sich engmaschige Heunetze und Sparraufen bewährt, mit denen man die langsame selektive Futteraufnahme simulieren und die Fresszeiten verlängern kann – schließlich müssen auch einzelne Halme gekaut werden …

Das Kauen von Raufutter ist für unsere zumeist unterbeschäftigten Pferde Futteraufnahme, Unterhaltungsprogramm und Stressabbau zugleich: Raufutter enthält unter anderem die Aminosäure L-Tryptophan, die bei der Bildung des „Glückshormons“ Serotonin eine Rolle spielt.

Warum soll ich meinem Pferd Heu füttern?

Heu ist nach wie vor das wichtigste Raufutter für Pferde. Wiesenheu kommt dem ursprünglichen Futterangebot des Pferdes in freier Wildbahn am nächsten. Es bietet eine optimale Rohfaserstruktur, muss gründlich gekaut werden und wirkt regulierend auf die Verdauung. Es enthält Eiweiß, Zucker, Vitamine und Spurenelemente. Sonnengetrocknetes Heu hat einen hohen Gehalt an Vitamin D. Die Nährwerte im Heu können je nach Zusammensetzung, Erntezeitpunkt und Qualität beträchtlich schwanken und sinken bei längerer Lagerung.

Ein nicht-arbeitendes Pferd könnte theoretisch von Heu allein leben, wenn die Ration mit Mineralstoffen ergänzt wird. Einem Pferd im Erhaltungsbedarf sollten mindestens 1,5 kg Wiesenheu/100 kg Körpergewicht, noch besser 2 kg/100 kg gefüttert werden, eine Untergrenze von 1 kg/ 100kg Körpergewicht sollte nicht unterschritten werden.

Tipp: Hin und wieder die Heuration abwiegen, weil man sich sehr leicht verschätzt!

Weil Pferdehalter heute kaum mehr einen entsprechend großen Betrieb mit Mähweiden bewirtschaften, wird das Heu meistens zugekauft. Die Modernisierung der Landwirtschaft mit riesigen Traktoren, effizienten Mähwerken, Heuwendern und Großballenpressen hat die Herstellung von Grünfutterkonserven zwar enorm erleichtert, die Qualität hat allerdings darunter gelitten. In den Großballen verstecken sich oft Schimmelpilznester, Erde, Steine oder Mäusekadaver. Umso wichtiger ist es, einen genauen Blick auf das Heu zu werfen, von dem sich das Pferd hauptsächlich ernährt!

Welches Heu ist gut für mein Pferd?

Gutes Pferdeheu ist hart und stängelig, hat eine grünliche Farbe und riecht angenehm nach Heublumen. Im Idealfall ist der Bewuchs der Flächen für die Heuproduktion vielseitig zusammengesetzt, und die Wiesen sind nicht überdüngt. Von Wiesen, auf denen Giftpflanzen wie Herbstzeitlose, Kreuzkraut oder Adlerfarn wachsen, sollte kein Heu gewonnen werden! Diese Pflanzen werden im Heu manchmal mitgefressen!

Am besten geeignet für Pferde ist Wiesenheu, das zwischen Ende Mai und Ende Juni geerntet wird, wenn die Gräser gerade in der Blüte stehen, aber noch nicht ausgeblüht sind. Später geschnittenes, ausgeblühtes Gras ist bereits stärker verholzt. Es hat weniger Nährwert, da sich der Großteil der verwertbaren Inhaltsstoffe in den Blättern, Blüten und Samen der Gräser befindet. Übergewichtige Pferde können aber mit den strohigen Stängeln sehr gut beschäftigt und bei Laune gehalten werden. Bei Pferden, die nicht ausreichend kauen, und bei alten Pferden kann sehr sperriges Heu jedoch zu Verstopfung und Koliken führen.

Tipp: Für Pferde mit Insulinresistenz bzw. PSSM und für Robustrassen, die Zucker schlecht vertragen, kann man früh geerntetes, „zu gutes“ Heu vor dem Verfüttern auswaschen. Achtung: Das Waschwasser wegschütten, weil es viel Zucker enthält und von den Pferden gern getrunken wird! Reste muss man vor allem im Sommer rasch entfernen, da nasses Heu sehr schnell verdirbt.

Weiches, dunkelgrünes, blattreiches Heu, wie es für Milchkühe produziert wird, ist für Pferde zu früh geerntet. Auch das zumeist kürzere, weiche Heu vom 2. Schnitt, das „Grummet“, ist für Pferde als Hauptfutter weniger geeignet. Je weniger Stängel Heu enthält, desto niedriger ist der Anteil an Rohfasern und desto höher der Eiweißgehalt. Auch wenn es appetitlich aussieht, sollte es nur in Maßen verfüttert werden, da Pferdeheu mindestens 20 % Rohfaser enthalten sollte. Ausnahmen sind laktierende Stuten, Fohlen, untergewichtige Pferde und Senioren: Sie profitieren vom höheren Nährstoffgehalt und der weichen Konsistenz des Grummets.

Achtung: Im Frühherbst geerntetes Heu ist oft weniger gut vorgetrocknet und muss länger abgelagert werden, bis sich die Keimflora im Heu stabilisiert hat!

Luzerneheu hat mit ca. 20 % Rohprotein einen viel höheren Eiweißgehalt als Wiesenheu (7–15 %) und enthält viel Calcium. Für schwer arbeitende Pferde, Jungpferde und Pferde mit Magenproblemen kann es einen Teil des Kraftfutters ersetzen. Auch wenn Luzerneheu sehr gern gefressen wird, ist bei leichtfuttrigen Pferden, Ponys und anderen Robustrassen Vorsicht geboten, da ein Eiweißüberschuss Stoffwechselstörungen auslösen kann.

Nach dem Schnitt wird das Heu heute meistens am Boden getrocknet und dabei mehrmals maschinell gewendet. Dabei kommt es zu sogenannten „Bröckelverlusten“, weil ein Teil der Blätter und Blüten beim Wenden abfällt. Bei trockenem, heißem Wetter kann das Heu nach zwei bis drei Tagen gepresst werden. Spielt das Wetter nicht mit, kann die Trocknung sogar zwei bis drei Wochen dauern. Der Wassergehalt des Heus sollte auf jeden Fall unter 20 % liegen, bevor es eingebracht wird.

In höher gelegenen Gebieten mit nur langsam abtrocknendem Morgentau ist die Bodentrocknung kaum durchführbar. Früher wurde dort das Heu auf Reutern getrocknet, was enormen Aufwand bedeutete. Heute kommen oft Heutrocknungsanlagen zum Einsatz, die das Trockengut durch die Wasserverdunstung bis maximal 70 Grad erhitzen. Durch die Heißlufttrocknung verringert sich der Nährwert des Heus, Vitamine und Proteine sind für das Pferd nicht mehr voll verwertbar. Wird das Heu zu schnell und zu heiß getrocknet, nimmt es eine bräunliche Farbe an, und weil es angebrannt riecht, wird es ungern gefressen.

Verregnetes Heu erkennt man an der blassen Farbe. Durch das Auswaschen enthält es weniger Zucker und weniger Mineralstoffe. Wenn das Heu nach dem Regen noch durchtrocknen konnte, kann es in Kombination mit einer guten Mineralstoffmischung noch verfüttert werden.

Nach der Ernte muss das frische Heu für acht bis zwölf Wochen abliegen, bevor es verfüttert werden darf. In den ersten Wochen der Lagerung macht das Heu eine „Schwitzphase“ durch, in der weiter Wasser abgegeben wird. Dabei erwärmt sich das Heu, und der Wasserdampf dringt vom Kern des Heuballens nach außen. „Schwitzendes“ Heu fühlt sich daher an den Rändern feucht und klamm an. Die feuchte Wärme führt zu einer Vermehrung von Bakterien. Der erhöhte Keimgehalt im noch nicht fertig fermentierten Heu kann schwere Verdauungsstörungen und Koliken zur Folge haben.

Bleibt zu viel Restfeuchte im Heu, vermehren sich Bakterien und Milben ungehindert weiter. Vor allem aber siedeln sich Schimmelpilze an. Schimmeliges Heu riecht muffig oder sogar faulig. Oft bilden sich in den Heuballen Platten, die beim Auseinanderziehen stark stauben, oder man findet weißliche Schimmelpilznester. Schimmeliges Heu löst bei Pferden Durchfälle, Koliken, Allergien oder Atembeschwerden aus und darf nicht verfüttert werden! Auch mit Erde oder Staub kontaminiertes Heu gefährdet die Gesundheit des Pferdes! Die Pferde husten, das Heu, das man fürsorglich gewässert hat, verdirbt zu schnell, eigentlich sollte man den ganzen Ballen entsorgen – aber wohin mit der Masse an schlechtem Heu?

Die Lagerung der großen Ballen wirft weitere Probleme auf: Aus Platzgründen bleibt das Heu oft im Freien und wird mit einer Plane zugedeckt, darunter bildet sich Schimmel. In nasskalten Wintern können die Heuballen durch Kondenswasser sogar unter Dach zu schimmeln beginnen.

So gesehen ist es kein Wunder, wenn man als Pferdehalter über Alternativen zur Heufütterung nachdenkt ­– doch gibt es diese wirklich?

Heucobs, Grascobs, Luzernecobs oder Heupresslinge - können sie die Heuration ersetzen?

Heucobs können in Jahren mit schlechter Heuernte, bei untergewichtigen oder alten Pferden oder Pferden mit Zahnproblemen zumindest einen Teil des Raufutters ersetzen. Sie werden aus den grünen Pflanzen hergestellt, die mithilfe von schonender Warmlufttrocknung getrocknet und dann gehäckselt und gepresst werden. Ihr Nährstoffgehalt entspricht dem des Ausgangsmaterials, da durch die Trocknung kaum Verluste entstehen. Sie enthalten sogar mehr Vitamin E und mehr β-Carotin als herkömmliches Heu. Vor dem Verfüttern müssen die großen Pellets eingeweicht werden, da sie stark quellen und das Risiko einer Schlundverstopfung oder einer Magenüberladung besteht.

Tipp: Da manche Cobs viel Zucker enthalten, ist es besser, das Einweichwasser wegzuschütten!  

Für gesunde Pferde sind Heucobs kein Heuersatz: Der weiche Brei wird zu wenig gekaut, damit kommt es zu ph-Wert-Verschiebungen im Magen-Darm-Trakt. Bei der Fütterung von Heucobs steht das Pferd den Großteil des Tages „am Trockenen“, da weder Fresszeiten noch Kauschläge annähernd erreicht werden. Das Füttern von kleineren Portionen im 3- bis 4-Stunden-Takt ist in der Praxis nur schwer umzusetzen.

Soll ich meinem Pferd Stroh füttern?

Zur Beschäftigung von Pferden ist das nährstoffarme Stroh sehr gut geeignet. Da es viel Rohfaser enthält, müssen sie lange daran kauen, und langsam gefressenes Stroh wirkt auf die Verdauung wie ein Ballaststoff. Stroh hat einen hohen Anteil an Zellulose und an Lignin (Holzstoff), das die Verholzung der Pflanze bewirkt. Lignin kann von Pferden nicht verdaut werden.  

Gutes Futterstroh muss sauber und frei von Schadstoffen wie z. B. Spritzmittel sein. Bio-Stroh von ungespritzten Ackerflächen sollte man sich vor dem Kauf genau ansehen, da manche Ackerunkräuter, z. B. Windhalm oder Ackerwinde, wenn sie in großen Mengen gefressen werden, Koliken auslösen können. Wenn das Stroh grau oder staubig ist, deutet das auf Schimmelpilzbefall hin. Schimmeliges Stroh darf auch als Einstreu nicht verwendet werden, da es die Atemwege belastet.

Wenn das Heu knapp wird oder auch wenn Pferde abspecken sollen, kann die tägliche Heuration mit maximal 1 bis 2 kg einwandfreiem Stroh „gestreckt“ werden.

Achtung: Größere Strohmengen können die Darmflora verändern und zu Verstopfungskoliken führen! Futterstroh sollte nicht kürzer als 5 cm sein!

Je nach Region stehen verschiedene Sorten von Stroh zur Auswahl, die für Pferde gut verträglich sind. Weizenstroh ist hart, goldgelb und besteht hauptsächlich aus Stängeln. Es wird von Pferden sehr gern angenommen.
Gerstenstroh ist heller und weicher und ebenfalls sehr gut für Pferde geeignet. Die von Hundebesitzern gefürchteten Grannen sind für Pferde nicht gefährlich, allerdings enthält Gerstenstroh oft hohe Mengen an Windhalm, der zu Verstopfungen führen kann.
Haferstroh hat einen höheren Blattanteil und enthält mehr Nährstoffe, unter anderem Kieselsäure. Es muss vor dem Einbringen besonders gut getrocknet werden, weil es leicht schimmelt.
Roggenstroh hat die längsten und härtesten Stängel und enthält am meisten Lignin und Rohfaser. Weil es bitter schmeckt, wird es von Pferden nicht gern gefressen.

Was ist Silage, was ist Heulage?

Silage

Silage wird meistens aus Gras hergestellt. Anders als bei der Heuproduktion bleibt das Gras für Silage nicht zum Trocknen auf der Wiese liegen, sondern wird schon kurz nach dem Anwelken in noch feuchtem Zustand sehr fest gepresst und dann mit mehreren Lagen starker Folie dicht umwickelt. Unter diesem Luftabschluss setzt im Ballen der Silierungsprozess ein: Der Zucker im Gras vergärt durch die Vermehrung von Milchsäurebakterien, wodurch das Gras konserviert wird. Ab einem ph-Wert von 5 stoppt der Prozess, es kommt zur „Keimruhe“, das heißt, Keime und Schimmelpilze können in dem sauren Milieu nicht mehr wachsen. Ganz ähnlich funktioniert übrigens die Herstellung von Sauerkraut.

Für Silage ist kurzes, blattreiches, also zucker- und eiweißreiches Gras am besten geeignet, weil sich darin die Milchsäurebakterien am besten vermehren. Da zumeist Rinder mit Grassilage gefüttert werden, wird ein möglichst hoher Energiegehalt angestrebt, der für Pferde bereits bedenklich ist. Das Gras wird bereits vor der Blüte geschnitten und ist damit für Pferde oft zu kurz. Die Halme in der Grassilage für Pferde sollten mindestens 6 cm lang sein.

Die Herstellung erscheint auf den ersten Blick sehr praktisch: Das Gras muss nicht so lange liegen bleiben, es soll sogar einen Feuchtigkeitsgehalt von 50 bis 75 % haben. Erfahrene Landwirte schaffen die Herstellung an einem Tag und sind damit nicht von längeren Schönwetterperioden abhängig. Silage muss nur einmal gewendet werden, es kommt also zu weniger Bröckelverlusten. Allerdings ist dabei auch Einiges zu beachten: Die Wiese muss im Frühjahr sorgfältig abgeschleppt werden. Das Gras sollte nicht zu knapp über dem Boden geschnitten werden, damit die Silage nicht mit Erde, die von schädlichen Keimen besiedelt sein kann, verunreinigt wird. Von Wiesen, die mit Hühnermist gedüngt wurden, darf keine Silage hergestellt werden, da Hühner oft mit Clostridien infiziert sind, die sie mit dem Kot ausscheiden. Denn unter Luftabschluss vermehren sich nicht nur Milchsäurebakterien, sondern auch gefährliche Bakterien wie Listerien und Clostridien, die je nach Stamm Colitis X oder Botulimus auslösen können.  

Silage ist sehr saftig. Wenn man eine Hand voll aus dem Ballen zieht und auswringt, tropft noch Flüssigkeit heraus. Gute Silage riecht aromatisch und angenehm und wird von Pferden gerne gefressen. Durch ihren Wassergehalt bleibt sie feucht und staubt nicht, daher wird sie manchmal für Pferde mit allergischem Husten empfohlen. In der Zusammensetzung ihrer Nährstoffe ähnelt Silage dem Weidegras. In die feste Folie verpackt und schattig gelagert, ist sie auch im Freien gut haltbar. Wenn ein Ballen aber geöffnet wird, muss die Silage so schnell wie möglich verbraucht werden, da sie sonst durch Nachgärung verdirbt. Bei einem Ballengewicht von ca. 400 bis 600 kg und einem Verbrauch von ca. 10 kg pro Pferd und Tag ist die Fütterung von Silage nur für größere Betriebe eine Option.

Heulage

Im Gegensatz zu Silage wird Heulage speziell für Pferde hergestellt. Das Gras für Heulage wird zur Grasblüte gemäht und hat bereits einen höheren Anteil an Stängeln sowie einen niedrigeren Eiweiß- und Zuckergehalt. Dazu wird es vor dem Pressen länger getrocknet als Silage, nämlich bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 25 % bis 50 %. Heulage ist also noch nicht ganz trockenes Heu, das unter Luftabschluss eine Milchsäuregärung durchläuft.

Bei der Herstellung kommt es allerdings immer wieder zu Pannen: Die sperrigen Grashalme verhindern die notwendige dichte Pressung, und es bleiben Lufteinschlüsse im Ballen, wodurch keine vollständige Silierung stattfinden kann. Manchmal durchstechen harte Halme die Folie, und der Ballen verdirbt. Der niedrigere Gehalt an Wasser, Zucker und Eiweiß bietet keinen optimalen Nährboden für die Vermehrung der Milchsäurebakterien. Der angestrebte ph-Wert von 5, bei dem die „Keimruhe“ eintritt, wird nur langsam oder gar nicht erreicht. Der pH-Wert der Heulage stagniert bei 6,0 bis 7. Damit steigt die Gefahr von Schimmelpilzbefall, der oft nicht bemerkt wird, weil Heulage nicht staubt.

Nach dem Öffnen des Ballens muss die Heulage innerhalb von zwei bis drei Tagen verfüttert werden, da die gasbildenden Hefen in der Heulage weitergären und sich der Ballen erwärmt. Die Hefen bauen die Milchsäure ab, die das Futter haltbar macht. Mit dem Anstieg des ph-Werts steigt die Gefahr für eine Besiedlung mit Keimen. Große Heulageballen sind für Privatpferdehalter damit ungeeignet. In Kleinballen gepresste, gut durchsilierte Heulage ist schwer erhältlich.

Heu oder Heulage – was ist besser für mein Pferd?

Es gibt immer wieder Jahre, in denen gutes Heu Mangelware ist, weil es entweder gar nicht oder den ganzen Sommer über durchgeregnet hat. Manchmal ist nur struppiges, überständiges Heu aufzutreiben, ein anderes Mal staubt das Heu, wenn man nur hinsieht. Oder der Tierarzt rät zur Heulage-Fütterung, weil das Pferd jedes Mal hustet, wenn es die Nase ins Heu steckt. Oder die Futterexpertin im Stall erklärt voller Überzeugung, dass Heulage dem Pferd gar nicht schaden kann, weil sie denselben ph-Wert hat, wie er im Magen des Pferdes vorliegt und der Speichel die Säure der Heulage ohnehin schon beim Kauen neutralisiert.

Sicher ist: Der Griff in den duftenden Heuballen soll die erste Wahl bleiben. Doch bevor das Pferd mit schimmeligem Heu gefüttert wird oder gar kein Raufutter bekommt, bleibt manchmal nichts anderes übrig, als den Raufuttermangel mit Heulage zu überbrücken. Man sollte sich aber bewusst sein, dass Heulage den Organismus des Pferdes stark belastet. Mit siliertem Futter gelangen große Mengen Milchsäurebakterien in den ganzen Verdauungstrakt und verändern das Darmmilieu. Langfristig kommt es zu einer Übersäuerung im Dünn- und Dickdarm und zu Entzündungen der Darmschleimhaut mit Symptomen wie sauer riechendem Kot, Durchfall oder Kotwasser. Die Milchsäurebakterien verdauen zwar Kohlenhydrate und Proteine, verwandeln sie allerdings in Milchsäure, die von der Leber abgebaut werden muss. Wenn die Milchsäurebakterien im Darm überhandnehmen, kann die Zellulose aus den Pflanzen nicht mehr verwertet werden. Die Langzeitfolgen sind:

  • Energiemangel trotz ausreichenden Energieangebots
  • Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Gewebeübersäuerung mit Aufschwemmung
  • Überlastung des Immunsystems, Kotwasser, Allergien
  • hohe Belastung von Leber und Niere durch Übersäuerung und unentdeckten Schimmelpilzbefall
  • Vitaminmangel infolge der veränderten Darmflora
  • Verdauungsstörungen durch Milchsäure und -bakterien, wie Kotwasser, Blähungen, Durchfall und Koliken

Wie kann ich mein Pferd unterstützen, wenn Fütterungsfehler passiert sind?

Was danebengehen kann, geht daneben, ob in den besten Betrieben oder in der sorgfältigsten Pferdehaltung: Vielleicht hat man’s am Abend eilig gehabt, oder ein freundlicher Helfer hat die Pferde gefüttert, und am Morgen findet man Reste von schimmeligem Heu in der Raufe.
Oder der Reitstallbetreiber muss kurzfristig auf Heulage- und Stroh-Fütterung umschwenken, weil die Heuvorräte knapp werden. 

Wenn ein Pferd Heulage offensichtlich nicht gut verträgt und Symptome wie Kotwasser, Blähungen oder Durchfall hat, sollte es so schnell wie möglich wieder auf Heufütterung umgestellt werden.

Diese Kräuter können dem Pferd helfen:

Die irritierte Darmschleimhaut und die dringend notwendige Regulierung der Verdauung können mit Kräutern unterstützt werden, die Schleimstoffe, Bitter- und Gerbstoffe enthalten. 

  • Eibisch fördert mit seinen beruhigend wirkenden Schleimstoffen die Regeneration der Magen- und Darmschleimhaut.
  • Schafgarbe wirkt stabilisierend auf die Darmflora und hilft bei Blähungen und Krämpfen.
  • Eichenrinde kann bakteriell bedingten Durchfall und Kotwasser lindern.


Zur Entlastung von Leber und Niere und zur Förderung der körpereigenen Entgiftungsprozesse bieten sich harntreibende und leberschützende Kräuter an.

  • Mariendistel schützt die Leber vor Schadstoffen und fördert die Regeneration der Leberzellen.
  • Löwenzahn wirkt harntreibend, fördert die Produktion von Gallensaft und bringt die Verdauung in Schwung.
  • Birkenblätter erhöhen die Harnmenge und wirken mild entwässernd.
  • Brennnessel fördert die Durchspülung der Nieren.


Quellen und weiterführende Literatur

  • Coenen, M., & Vervuert, I. (2020). Pferdefütterung (6. Ausg.). Stuttgart: Georg Theme Verlag KG.
  • Fritz, C. (2002). Pferde fit füttern. München.
  • Fritz, C., & Maleh, S. (2016). Zivilisationskrankheiten des Pferdes. Thieme.
  • Futterkonservierung, F. F. (2006). Futterwerttabellen für das Grundfutter im Alpenraum. Irdning: Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gründland und Viehwirtschaft.
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