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Das 1x1 der pflanzlichen Fette und Öle

Über wertvolle Futteröle auf pflanzlicher Basis

Du hast dich immer schon gefragt, was hinter dem Thema Fette, Öle, Antioxidantien, Radikalfänger, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren steckt und was bei der Fütterung von Ölen zu beachten ist? Hier findest du einen Überblick über pflanzliche Fette und Öle sowie Tipps rund um die Fütterung von Ölen. Zunehmend mehr Pferde- oder Hundeliebhaber sind sich heutzutage der Vorteile pflanzlicher Futteröle mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren bewusst.

Historisch betrachtet ist eines der ältesten und sehr gut erforschten Öle das Olivenöl. Belegt in diversen alten Schriften wurde es als Nahrungsergänzung aber auch als Kosmetika oder bei Einbalsamierungen verwendet. Was macht Öle zu einem wertvollen Produkt für Menschen und Tiere?

Was sind pflanzliche Fette?

Fette und fette Öle sind Tri-Ester des dreifachen Alkohols Glycerin mit verschiedenen, überwiegend geradzahligen und unverzweigten aliphatischen (Untergruppe der Kohlenwasserstoffe) Monocarbonsäuren (Fettsäuren). Für den Standardverbraucher sind folgende Kriterien wichtig:

  • Einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren erkennt man daran, dass das Öl/Fett bei Raumtemperatur flüssig ist.

  • Einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren erkennt man daran, dass das Öl/Fett bei Raumtemperatur einen halbfesten oder festen Zustand zeigt (etwa Kokosfett).

Fette Öle ist der pharmazeutische Begriff und dient zur Abgrenzung zum ätherischem Öl, welches eine ganz andere Verwendung findet. Im Bereich der Ernährungswissenschaft wird Fett für bei Raumtemperatur feste Triacylglycerine und Öl für Flüssige verwendet.

Im Gegensatz dazu sind Wachse ein Gemisch von Einfach-Estern höherer Fettsäuren mit höheren, meist gleich langen, einwertigen Alkoholen. Die Definition von Wachs ist vorwiegend physikalisch, wie zum Beispiel knetbar bei 20°C und fest bis brüchig hart bei niedrigeren Temperaturen.

Was sind Fettsäuren?

Fettsäuren werden anhand ihrer chemischen Struktur, also anhand ihrer Kettenlänge und der Anzahl ihrer Doppelbindungen der C-Atome definiert. Der Anteil an ungesättigten Fettsäuren in pflanzlichen Ölen ist, im Gegensatz zu tierischen Fetten, sehr hoch (über 80%).

An sich unterscheiden sich gesättigte und ungesättigte Fettsäuren in ihrer chemischen Struktur vor allem in der Doppelbindung der Kohlenstoff-Atome. Ungesättigte Fettsäuren weisen mindestens eine oder mehrere C=C Doppelbindungen auf, gesättigte Fettsäuren haben keine Kohlenstoffdoppelbindung. Für Säugetiere sind jene ungesättigten Fettsäuren essentiell, die eine oder mehrere Doppelbindungen an einer höheren C-Atompositionen besitzen. Essentiell bedeutet in diesem Fall, dass ein Organismus diese Stoffe benötigt, aber nicht selbst herstellen kann.

Diese essentiellen Fettsäuren werden in der Zelle für die Verarbeitung von Enzymen, den Aufbau der Zellmembran und den Ionentransport benötigt. In Studien der Humanmedizin wurde belegt, dass bestimmte ungesättigte Fettsäuren einen großen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben und sogar die Lernfähigkeit beeinflussen können.

Was sind Fettbegleitstoffe?

Zu den Fettbegleitstoffe zählen Wachse, Enzyme, ß-Carotin, Lecithin, fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe.

Hervorzuheben wäre das Vitamin E (α-Tocopherol), da dieses als Radikalfänger eine wichtige Eigenschaft für den Organismus hat. Die so genannte Radikalreaktionen sind im Bereich des Hautorgans für eine Vielzahl von entzündlichen Erkrankungen und degenerativen Prozessen verantwortlich und können im schlimmsten Fall der Auslöser für ein Karzinom sein. Das Vitamin E als Antioxidans kann die Auslösung von Radikalreaktionen verhindern bzw. eindämmen.

Was sind Antioxidantien?

Antioxidantien sind jene Substanzen, die die Oxidationsvorgänge und somit die Verderblichkeit von Ölen verzögern. Bekannte Antioxidantien sind Lecithin, Ascorbinsäure (Vitamin C) und Zitronensäure.

Wie kann man die Haltbarkeit von Ölen beeinflussen?

Fette und Öle verderben vorwiegend aufgrund von Oxidation. Dies bedeutet, wenn man Öle kühl, dunkel und luftdicht lagert, werden die Antioxidantien weitgehend erhalten und verhindern somit, dass das Öl „ranzig“ wird. Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (naturbelassene Öle aus der Kaltpressung), verderben somit schneller.

Wie werden pflanzliche Öle und Fette gewonnen?

Aus Samen und Früchten unterschiedlicher Pflanzenarten werden durch Pressung (z.B. hydraulische Schneckenpresse) oder Extraktion (Lösungsmittel) pflanzliche Fette und Öle gewonnen. In der Regel wird von Herstellern die maximale Ausbeute bei guter Qualität angestrebt und entsprechend gekennzeichnet (z.B. kaltgepresst).

Ein naturbelassenes Öl von guter Qualität wird mittels Kaltpressung hergestellt. Mit angepasstem mechanischem Druck, welcher Temperaturen zw. 40 und 60°C nicht überschreiten sollte, werden die Samen und Früchte zerkleinert und gemahlen. Dieser „ersten“ Pressung entspringt unser wertvolles Speiseöl und enthält noch alle wertvollen Fettbegleitstoffe wie Wachse, Enzyme, ß-Carotin, Lecithin, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe.

Danach erfolgt meist ein zweiter Pressvorgang unter Zufuhr von Hitze, die Farbe, Geruch und Geschmack des Öles verändern können, die Eiweißstoffe gerinnen und Schleimstoffe ausfallen lassen. Das Öl wird dünnflüssiger, hat aber an Nährstoffen und Qualität verloren.

Extraktion/Raffination

Bei der Extraktion durch Lösungsmittel wird aktuell vorwiegend Hexan eingesetzt und nicht wie früher Benzin, Benzol oder Schwefelkohlenstoffe. Es ist allerdings schwierig das Lösungsmittel wieder vom betreffenden Öl zu trennen. Neue Raffinationsverfahren ermöglichen zwar extrahierte Öle wieder zu reinigen, aber Geschmack, Farbe und Geruch und somit auch die Qualität kann verändert und herabgesetzt sein.

Der Verbraucher erkennt schonend hergestellte Öle mit hoher Qualität anhand der Kennzeichnung durch Begriffe wie „nativ“, „kaltgepresst“ und „unraffiniert“.

Zusammenfassung: Wichtige Tipps rund um die Fütterung von Ölen

Pflanzenöle sind ernährungsphysiologisch wichtig, da Fette die höchste Energiedichte von Futtermitteln besitzen (9kcal/g). Sie sind allerdings nicht nur Energielieferant sondern auch Lieferanten von essentiellen Fettsäuren und wichtigen Fettbegleitstoffen wie Vitaminen, Antioxidantien, Enzymen etc., die im Organismus ständig gebraucht werden.

  • Verwende vor allem zur Fütterung von Pferden ausschließlich kaltgepresste, naturbelassene Pflanzenöle! Nur Hunde, Katze & Co vertragen grundsätzlich auch Fischöle gut.

  • Wechsle zwischen unterschiedlichen Pflanzenölen, da die Inhaltsstoffe und Wirkstoffe sich durchaus unterscheiden!

  • Achte auf kühle, dunkle und luftdichte Lagerung der Öle!

  • Bei Tieren, die zu starkem Übergewicht neigen, achte auf die Gesamtmenge der Energiezufuhr!

  • Bei Tieren, die einen erhöhten Energiebedarf haben, wie trächtige bzw. laktierende Stuten oder Hündinnen, achte darauf fette Öle mit einem geringen Anteil an ätherischen Ölen zu verfüttern, da es hier zu negativen Reaktionen (Durchfall, Allergieauslöser) kommen kann. Wenn fette Pflanzenöle als reine Energieträger verwendet werden, empfehlen wir dir das Leinsamen-Öl, da es am besten verträglich ist!

  • Denke daran, dass manche Pflanzenöle (wie das Schwarzkümmelöl) vielseitig einsetzbar sind und nicht nur als Nahrungsergänzung, sondern auch bei äußerlicher Anwendung bei kleinen Verletzungen, Hautreizungen usw. ihre Wirkungen zeigen!

  • Bei Tieren mit sehr starken Magen-Darm-Erkrankungen befrage deinen Tierarzt, ob eine Fütterung von Ölen sinnvoll ist!

  • Achte stets auf die richtige Dosierung!

Verfasserin: Bianca Becker-Slovacek am 19.10.2018

Quelle: Krist, S., Buchbauer, G., & Klausberger, C. (2008). Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Wien: Springer Verlag.

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