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Gänsefingerkraut

Auf den platt getretenen Gänseangern früherer Zeiten war das hübsche gelbe Blümchen häufig anzutreffen. Das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina L.), das auch „Silberkraut“ und „Krampfkraut“ genannt wird, bevorzugt gut gedüngten, verdichteten Boden – und wird von Gänsen tatsächlich gerne verspeist. In der Tierheilkunde gilt die Pflanze als hervorragendes Mittel bei Durchfallerkrankungen.

Wo kommt das Gänsefingerkraut vor, und wie sieht es aus?

Die Pflanze aus der Familie der Rosengewächse ist in gemäßigten Klimazonen weit verbreitet. Sie wächst in ganz Europa, Nordamerika und in Teilen Westasiens. Das 10 bis 25 cm hohe Kraut besiedelt nährstoffreiche, dichte und eher feuchte Böden, kommt jedoch auch auf Wegrändern oder Bahndämmen vor. Es gilt als „Zeigepflanze“ für Staunässe und weist eine hohe Salztoleranz auf.

Das Gänsefingerkraut ist mehrjährig. In Bodennähe treibt es bis zu einem Meter lange Ausläufer mit Blättern und Wurzeln aus, sodass sich aus den Pflanzen dichte Teppiche bilden. Die gefiederten Blätter sind auf der Unterseite behaart und wirken dadurch silbrig. Die Wurzeln sind rötlich bis braun.     

Das Gänsefingerkraut blüht zwischen Ende Mai und Mitte September. Die leuchtend gelben Blüten sind mit 3 cm Durchmesser relativ groß und erinnern stark an Blutwurz (Tormentill), die mit dem Kraut eng verwandt ist.

Wofür wird das Gänsefingerkraut verwendet?

Alle Pflanzenteile des Gänsefingerkrauts sind essbar. Die leicht nussig schmeckenden Wurzeln wurden früher oft als Ersatz für Petersilienwurzeln verwendet. In Notzeiten trocknete man die Wurzeln und verarbeitete sie zu Mehl.

Wie geschätzt die Pflanze einmal war, zeigt sich an den vielen regional unterschiedlichen Bezeichnungen, die aber fast alle mit „Gans“ in Zusammenhang stehen: Anserine, Gänserich, Gänsekraut, Gänsegras … Im Mittelalter wurde das Gänsefingerkraut häufig angewendet, damals als Mittel gegen Zahnschmerzen, Nasenbluten und als Zutat von Wurmmitteln. In der traditionellen Volksmedizin und auch in der Tierheilkunde nutzte man es später vor allem als Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden, speziell gegen Durchfall, und bei urologischen Beschwerden sowie bei „Frauenleiden“. Bei schlecht heilenden Wunden wurde Gänsefingerkraut äußerlich als Badezusatz verwendet.

In der Phytotherapie kommen die Blätter und Blüten der Pflanze (Anserinae herba) zur Anwendung, die kurz vor oder während der Blüte gesammelt und getrocknet werden. Gänsefingerkraut wird als Auszug oder als Tee verabreicht.

Welche Wirkstoffe enthält das Gänsefingerkraut?

Das Gänsefingerkraut ist reich an Gerbstoffen, sogenannten Ellagitanninen, die u. a. auch in Himbeeren, Brombeeren und im Granatapfel enthalten sind. Der Gerbstoffgehalt des Krautes liegt bei 6 bis 7 %. Die Gerbstoffe wirken auf der Schleimhautoberfläche von Magen und Darm zusammenziehend und bilden in Verbindung mit Eiweißen eine oberflächliche Schutzschicht auf der Schleimhaut. Zusätzlich wird den Ellagitanninen probiotische, antioxidative und sogar krebshemmende Wirkung zugeschrieben. Als weitere Inhaltsstoffe finden sich im Gänsefingerkraut neben entzündungshemmenden Flavonoiden (sekundären Pflanzenstoffen) auch antibakteriell und zellschützend wirkende Polypropenole (Terpenalkohole).

In Laborversuchen konnte die entzündungshemmende Wirkung von Gänsefingerkrautextrakten auf Darmzellen nachgewiesen werden. Auch die krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur der Verdauungsorgane wurde in vitro bereits bestätigt. Die Wirkstoffe der Pflanze können vom Organismus gut aufgenommen werden. 

Bei welchen Beschwerden von Pferden und Hunden kann Gänsefingerkraut angewendet werden?

Das Gänsefingerkraut ist ein sehr wirksames Mittel bei akuten Durchfallerkrankungen, Magen-Darm-Krämpfen, Magenschleimhautentzündung und Darmentzündungen. Gänsefingerkraut wirkt:

  • zusammenziehend (adstringierend)
  • krampflösend
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • schleimhautschützend
  • wundheilungsfördernd

Nebenwirkungen

Grundsätzlich sollten Kräuter mit einem hohen Gehalt an Gerbstoffen nicht über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Bei Langzeitanwendungen können Gerbstoffe die Leber belasten und die Aufnahme von Mineralstoffen vermindern.

Gänsefingerkrautzubereitungen sind generell gut verträglich, in sehr seltenen Fällen können jedoch aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts Magenbeschwerden auftreten.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Purle, T. (2020). Kräuterbuch.de. Von Gänsefingerkraut: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Gaensefingerkraut.html abgerufen
  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
  • Schneider, E. (2020). Deutsche Apotheker Zeitung. Von Gänsefingerkraut-Wohltat für Magen und Darm: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-17-2015/gaensefingerkraut-wohltat-fuer-magen-und-darm abgerufen
  • Schöpke, T. (2020). Medizinalpflanzen.de. Von Gänsefingerkraut: http://www.medizinalpflanzen.de/systematik/6_droge/potansh.htm abgerufen