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Weidenrinde

Weidenrinde zählt zu den ältesten Arzneidrogen überhaupt. Für Pferde ist Weidenrinde eine natürliche Alternative zu schmerzstillenden und antirheumatischen Medikamenten: Weidenrinde ist für Pferde sehr gut verträglich und unterstützt das Pferd bei schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Woraus wird Weidenrinde gewonnen?

Die in der Phytotherapie eingesetzte Weidenrinde stammt in erster Linie von der Purpurweide, der Silberweide, der Reif-Weide  und der Bruch-Weide . Die Rinde sowie ganze Stücke junger Zweige werden ebenfalls verwendet, wenn sie die Anforderungen in Bezug auf die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe erfüllen. Die in der Phytotherapie verwendete Weidenrinde wird im Frühjahr von zwei- bis dreijährigen Zweigen abgeschält, getrocknet und zu Pulver, Trockenextrakten und Tinkturen verarbeitet. Wer Weidensträucher oder -bäume auf der Koppel hat, konnte vielleicht schon beobachten, dass manche Pferde im Frühjahr gerne an der Rinde nagen und die jungen Triebe mit Genuss verspeisen.   

Wo kommen Weiden vor?

In Mitteleuropa sind ca. 35 Weiden-Arten heimisch. Da sie feuchte Standorte wie Auwälder bevorzugen, tief wurzeln und durch Stecklinge leicht zu vermehren sind, werden sie oft an Böschungen und Flussufern gepflanzt, um das Erdreich zu festigen. Sie kommen als Sträucher oder als Bäume vor, die 6 bis 10 m hoch werden. Weiden blühen schon vor dem Blattaustrieb in kätzchenförmigen Blütenständen („Palmkätzchen“), die im Frühling die erste Bienennahrung bieten. Die Weidenrinde ist glatt und glänzend und je nach Alter der Zweige grünlich bis braungrau gefärbt.

Welche Wirkstoffe enthält Weidenrinde?

Schon den Heilkundigen der Antike war bekannt, dass Weidenrinde gegen Schmerzen und Fieber hilft. 1828 gelang es dem Münchener Pharmakologen Johann Buchner, eine kleine Menge des wirksamen Stoffes in Form von nadelförmigen, gelben, bitter schmeckenden Kristallen aus der Weidenrinde zu gewinnen. Er nannte die Substanz „Salicin“ – nach der Weide. In der Folge wurde der Wirkstoff, der im Körper zu Salicylsäure umgesetzt wird, bei Fieber und Gelenkserkrankungen erfolgreich eingesetzt. Bereits wenige Jahre später konnte aus dem Stoff Salicin selbst Salicylsäure hergestellt werden. Diese wiederum diente dem Chemiker Felix Hoffmann 1897 als Grundstoff für reine Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff des bekannten Medikaments Aspirin.

Für therapeutisch verwendete Weidenrinde ist heute ein Gesamtgehalt von 1,5 % Salicin in der Trockensubstanz vorgeschrieben. Dazu enthält Weidenrinde Flavonoide und Chalkone – Letztere wirken gegen Entzündungen, Bakterien und Pilze und haben antioxidative Eigenschaften. Weitere Inhaltsstoffe sind Flavanverbindungen, die gegen Keime wirksam sind, und kondensierte Gerbstoffe.

Wie wirkt Weidenrinde beim Pferd?

Die entzündungshemmenden, schmerzstillenden und antirheumatischen Effekte des Salicins der Weidenrinde beruhen auf einer Hemmung der Bildung von Prostaglandinen – Gewebshormonen. Diese Hormone sind mitverantwortlich für die Entstehung von Fieber und die Schmerzweiterleitung bei Entzündungsprozessen.

Für den Organismus des Pferdes wird das Salicin der Weidenrinde erst durch die Darmflora der unteren Darmabschnitte bioverfügbar gemacht, wo es in die therapeutisch wirksame Salicylsäure umgewandelt wird. Damit Weidenrinde ihre Wirkung richtig entfalten kann, soll sie über längeren Zeitraum gefüttert werden. Weidenrinde-Präparate sind vor allem für die Behandlung von chronischen Schmerzzuständen von Pferden geeignet, wie sie z. B. durch Gelenkserkrankungen hervorgerufen werden

Neueste Versuche haben ergeben, dass die nachweisbare Menge von Salicylat (Abbauprodukt von Salicin) im Blut nach Gabe von Weidenrindenextrakt zu niedrig ist, um den schmerzstillenden Effekt vollständig zu erklären. Das bedeutet, dass die Salicinverbindungen nicht allein für die Wirksamkeit der Weidenrinde verantwortlich sein können. Vielmehr trägt die Gesamtheit der Inhaltsstoffe zur Schmerzlinderung beiträgt.      

Ist Salicin pflanzliches Aspirin?

Aufgrund der chemischen Verwandtschaft könnte man annehmen, dass die Wirkungsweise von Weidenrinde und Aspirin dieselbe ist. Weidenrinde hat jedoch im Gegensatz zu Aspirin keine blutverdünnende Wirkung und hemmt die Bildung der Magenschleimhaut nicht. Sie kann daher auch bei Hunden eingesetzt werden, bei denen Aspirin schwere Nebenwirkungen, wie z. B. Magen-Darm-Blutungen durch Magenschleimhautschädigung, hervorruft.

Bei welchen Beschwerden von Pferden kann Weidenrinde hilfreich sein?

  • zur Schmerzbehandlung
  • bei fieberhaften Erkrankungen
  • bei Gelenkserkrankungen
  • zur Unterstützung der Beweglichkeit des älteren Pferdes

Die schmerzstillenden Eigenschaften von Weidenrinde wirken sich in der unterstützenden Behandlung von Arthrosen, bei Spat und auch bei Hufrollenentzündung besonders positiv aus. Die Kombination von Weidenrinde mit den entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkstoffen von Teufelskralle und Hohlzahnkraut kann Pferden mit Erkrankungen des Bewegungsapparates zu mehr Lebensqualität verhelfen. 

Unerwünschte Wirkungen

Bei längerer ununterbrochener Gabe können die enthaltenen Gerbstoffe zu erhöhter Magensekretion führen.
Achtung: Bei Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten soll Weidenrinde nicht gefüttert werden, da es zu allergischen Reaktionen kommen kann!
Laut FEI-Bestimmungen soll Weidenrinde rechtzeitig vor einem Wettkampf abgesetzt werden.


Quellen und weiterführende Literatur

  • Brendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • Wagner, I., Biegert, C., & Heide, L. (24. März 2003). Pharmazeutische Zeitung. Von https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-13-2003/titel-13-2003/ abgerufen