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Stallwechsel – eine Herausforderung für Pferd und Mensch

Du hast dich entschlossen, mit deinem Pferd den Stall zu wechseln? Oder du hast dir gerade ein Pferd gekauft, das nun umziehen wird? Du bist aufgeregt und freust dich, für dein Pferd bedeutet der Stallwechsel jedoch Stress pur. Warum Pferde mit einem Stallwechsel Probleme haben und wie du deinem Pferd die Eingewöhnung in den neuen Stall erleichtern kannst, liest du hier.  

Warum benimmt sich mein Pferd im neuen Stall ganz anders?

Du hast den neuen Stall sorgfältig ausgesucht: Boxen, Paddocks, Unterstände und Weiden sind sauber und in perfektem Zustand, die Fütterung ist top. Die Pferde sind gepflegt und wirken rundum zufrieden. Der Stallbetreiber ist nett, der Umgang mit den Pferden ist freundlich und professionell. Eine schöne helle Halle und ein wetterfestes Viereck mit Flutlicht gibt es auch noch – und nicht zu vergessen, ein gemütliches Reiterstüberl, wo man sich nach dem Reiten mit anderen Pferdemenschen austauschen kann. 

Oder: Du freust dich darauf, deinen alten Hafi und deine zwei Ponys endlich mit nach Hause nehmen zu können. Nach einigen Jahren im Einstellbetrieb begeistert dich die Vorstellung, die Pferde in Eigenregie zu halten und zu betreuen. Der neue Offenstall ist schon dick eingestreut, die Koppelzäune sind aufgestellt, der Auslauf ist befestigt, du hast Heu eingelagert und Kraftfutter eingekauft. Du hast sehr viel Zeit, Mühe und Geld investiert, um für deine Lieblinge den besten Platz der Welt zu schaffen.

Vor dem Transport des Pferdes ist dir ein bisschen mulmig zumute. So wirklich hast du dein Pferd nicht darauf vorbereitet. Aber zum Glück klappt alles, das Pferd lässt sich nach einigen Anläufen dann doch zum Einsteigen überreden und kommt zwar verschwitzt, aber heil und gesund im neuen Stall an und kann sein neues Zuhause beziehen. Klar, das Pferd ist aufgeregt, aber es scheint ihm ganz gut zu gefallen. Alles gutgegangen, du kannst aufatmen.

Stallwechsel - Nervöses Pferd

Doch schon wenige Tage nach dem Stallwechsel erkennst du dein Pferd nicht wieder. Das kindersichere Verlasspferd rennt dich beim Führen über den Haufen, reißt sich beim Anbinden los und steht beim Putzen nicht mehr still. Der bombige Dressurcrack wittert in jeder Ecke der Halle einen Bären, hält sich im Rücken fest und hat alles vergessen, was er jemals gelernt hat. Die hypersensible Prinzessin nimmt deine Anwesenheit nicht mehr zur Kenntnis und benimmt sich „stur“ oder „ungezogen“.
Dein Hafi „Typ Staubsauger“ hat kein Interesse am herrlich duftenden Heu in der Raufe und steht mit aufgezogenem Bauch und verkniffenem Gesicht ganz hinten in deinem schönen Offenstall. Die neu montierte Tränke wird verweigert, als ob ein Haifisch darin schwimmen würde. Anstatt friedlich auf der grünen Wiese zu grasen, vermöbelt deine sanfte Ponydame im Auslauf ihre langjährige Freundin und lässt sich nicht mehr einfangen.     

Vom Reitplatz mit Flutlicht hast du ebenso wenig wie vom traumhaften Ausreitgelände bei dir hinterm Haus, denn Konzentration ist plötzlich ein Fremdwort: Es wird gewiehert, gezappelt, gedrängelt, geklebt, gescheut. Wie sich entspanntes Reiten anfühlt, weißt du schon längst nicht mehr. Langsam fragst du dich, ob der Stallwechsel eine gute Idee war. Was ist passiert?

Warum ist ein Stallwechsel stressig für Pferde?

Im Gegensatz zu Menschen haben Pferde für Veränderungen nicht viel übrig. Sie sind Gewohnheitstiere. Die vertraute Umgebung, die Herde bzw. Gruppe und die verlässlichen Abläufe im Alltag geben ihnen Sicherheit. Manche Pferde einer Gruppe schließen enge Freundschaften, die ein Leben lang halten. Selbst Turnierpferde, die viel herumkommen und gelernt haben, mit neuen Situationen gut zurechtzukommen, brauchen ihre Auszeit und Entspannung in ihrem gewohnten Zuhause.

Ein Stallwechsel ist ein großer Einschnitt im Leben eines Pferdes. Es wird von seiner Herde getrennt, und wenn es verkauft wurde, auch von seinem Besitzer. Es wird, ganz auf sich allein gestellt, von einer Fülle neuer Eindrücke überflutet: unbekannte Artgenossen und Menschen, fremde Umgebung, neue Geräusche und Gerüche, anderes Futter … Das bedeutet Unsicherheit, Aufregung, Angst. Oft verlieren Pferde durch den Stallwechsel auch ihren besten Freund und leiden unter der Trennung. Erschwerend kommt hinzu, dass das Fluchttier Pferd im Stall oder im Auslauf nicht einfach davonlaufen kann. Aus Sicherheitsgründen wird es in den ersten Tagen zumeist noch einzeln und zumeist auf engem Raum gehalten, oder es verbringt eine Quarantänezeit, in der es die anderen Pferde zwar sehen, aber nicht näher kennenlernen darf. Nicht zu unterschätzen ist die Aufregung des vertrauten Menschen, der sich in der neuen Umgebung dem Pferd gegenüber eventuell anders verhält als gewohnt. Das alles ist Stress.

Was ist Stress beim Pferd?

Der Begriff Stress umfasst die körperliche und psychische Reaktion eines Pferdes auf Ereignisse in seiner Umwelt. Stress an sich ist nicht unbedingt schlecht, solange es dem Pferd möglich ist, sich an die Situation anzupassen. Doch länger andauernde Konfliktsituationen, sozialer Stress, Unbehagen und Furcht halten das Pferd in ständiger Alarmbereitschaft und nehmen Einfluss auf sein Wohlbefinden. Aus Unsicherheit legen sich Pferde in einem neuen Stall oft über einen längeren Zeitraum nicht hin, der Schlafmangel führt zu zusätzlichem Stress. Dauerstress kann einerseits Verhaltensstörungen wie Stereotypien oder unberechenbares und explosives Verhalten des Pferdes zur Folge haben. Andererseits hat dauerhafter Stress auch organische Folgen: Es kommt zu einer Schwächung des Immunsystems, damit kann Stress für die Entstehung verschiedener Erkrankungen und deren verzögerte Heilung mitverantwortlich sein. Gestresste Pferde leiden häufig unter Muskelverspannungen und Koliken oder entwickeln Gastritis oder Magengeschwüre. Aus Studien weiß man, dass Transporte, Stallwechsel und veränderte Gruppenzusammenstellung prädisponierende Faktoren für Magengeschwüre beim Pferd sein können. Stress beim Pferd ist zwar schwierig zu messen, aber es ist nachvollziehbar, dass Pferde unter belastenden Bedingungen weniger Futter aufnehmen, was zu einer erhöhten Säurekonzentration im Magen führt. Die verringerte Magenwanddurchblutung begünstigt ebenfalls die Entstehung von Magengeschwüren.

Wie erkennst du Stress bei deinem Pferd?

Wie ein Pferd auf Stress reagiert, ist von genetischen Dispositionen, früheren Erlebnissen und seinen allgemeinen individuellen Fähigkeiten abhängig. Selbst für erfahrene Pferdemenschen ist es nicht immer einfach, die Emotionen des Pferdes zu verstehen und die anfangs subtilen Stress-Signale eines Pferdes richtig zu deuten. Was fast unmerklich mit Nervosität, Falten über den Augen, Augenlidzuckungen oder Blinzeln beginnt, kann sich bei weiterem Stress zu Furcht, vermehrtem Kotabsatz und Fluchtversuchen vor beängstigenden Außenreizen steigern. Die Stressreaktionen des Pferdes können eskalieren und für Menschen und Pferd gefährlich werden. Unerwünschtes Verhalten des Pferdes zieht in der Regel Korrekturmaßnahmen des Menschen nach sich, der fälschlicherweise glaubt, das Pferd sei „ungezogen“, was die Sache für das Pferd nicht einfacher macht. 

Genauso besorgniserregend ist es aber, wenn ein Pferd nach länger andauerndem Stress auf den ersten Blick ruhig oder entspannt wirkt, in Wirklichkeit aber bereits abgeschaltet bzw. sich zurückgezogen hat. Das Pferd reagiert auf die überfordernde Situation mit Frustration und Depression und reduziert sein aktives Verhalten.

Die gute Nachricht: Immer wieder auftretende Eindrücke im neuen Stall führen zur Gewöhnung und damit zu einer Abschwächung der Stressantwort des Pferdes. Ein Pferd kann sich sehr gut an neue Situationen anpassen, wobei auch das Lernverhalten eine große Rolle spielt.

Wie kann ich meinem Pferd den Stallwechsel erleichtern?

Manchmal muss ein Stallwechsel sein, sei es, weil sich die eigene Lebenssituation ändert oder weil im alten Stall die Versorgung des Pferdes oder auch „die Chemie“ nicht mehr stimmt. Du kannst dein Pferd sowohl physisch als auch psychisch dabei unterstützen. 

  1. Gesundheitliche Maßnahmen noch im alten Stall erledigen: Hufpflege durch den Hufschmied und tierärztliche Routineuntersuchungen sollten möglichst noch in gewohnter Umgebung stattfinden. Plane rechtzeitig vor!
  2. Transport: Verladen übst du am besten nicht erst, wenn die Reise losgeht. Wenn du selbst keinen Transporter hast, kannst du dir sicher zu Übungszwecken einen Hänger ausborgen und deinem Pferd das Ein- und Aussteigen in aller Ruhe schmackhaft machen. Die erste, möglichst kurze Übungsfahrt mit deinem Pferd solltest du erst dann in Angriff nehmen, wenn das Verladen zur Selbstverständlichkeit geworden ist und sich das Pferd im stehenden Hänger entspannen kann.     
  3. Futterumstellung: Wenn dein Pferd im neuen Stall ein anderes Kraftfutter bekommt, sollte das neue Futter anfangs unter die gewohnte Ration gemischt werden. Problematischer ist eine Umstellung von Heu- auf Silagefütterung, von minderwertigem Heu auf sehr gutes oder von reiner Heufütterung auf Weide. Zu plötzlicher Wechsel von verschiedenen Raufutterarten kann Verdauungsstörungen verursachen. Anfangs sollte Heu unter die Silage gemischt werden, zu eiweißreiches Heu kann mit Stroh gestreckt werden. Mit einer langsamen Futterumstellung kannst du Problemen wie Durchfall oder Kotwasser vorbeugen.
    Bewährt hat sich auch die Fütterung von Mash, das für eine stabile Verdauungsfunktion sorgt. Mit Mash kannst du verhindern, dass dein Pferd stressbedingt abnimmt – auch schlechte Fresser nehmen eine warme Mash-Mahlzeit gerne an! Mit den essenziellen Fettsäuren, die in Leinsamen enthalten sind, unterstützt du zugleich auch das Immunsystem deines Pferdes.
    Damit deinem Pferd der Stallwechsel nicht auf den Magen schlägt, kannst du ihm schon vorbeugend Kräuter anbieten, die seine Magenschleimhaut schützen. Die Schleimstoffe des Eibischs wirken reizlindernd auf den Magen-Darmtrakt, Süßholzwurzel hilft bei säurebedingten Magenbeschwerden. Die Wirkstoffe der Kamille haben entzündungshemmende und mild beruhigende Effekte, Fenchel und Pfefferminze wirken krampflösend.
  4. Zusatznahrung fürs Nervenkostüm deines Pferdes: Magnesium unterstützt den Organismus des Pferdes in Stresszeiten. Bei Belastung steigt der Vitamin-B-Bedarf deines Pferdes, die Zufuhr von Vitamin B kannst du z. B. mit Bierhefe oder fertigen Vitamin-B-Komplexpräparaten erhöhen. Futtermittel, die Vitamin E enthalten, wie zum Beispiel Leinöl, tragen zur Lockerung der Muskulatur des Pferdes bei.
  5. Das Immunsystem stärken: Die neue Umgebung, die für das Pferd nicht nur mit Stress, sondern auch mit neuen mikrobiellen Belastungen verbunden ist, fordert das Immunsystem deines Pferdes. Du kannst die Abwehrkräfte deines Pferdes z. B. mit dem Vitamin C der Hagebutte und den Wirkstoffen von Sonnenhut und Traubenkernextrakten stärken.
  6. Eingewöhnung in die neue Pferdegruppe: Wenn du deinem Pferd Mobbing, Verfolgungsjagden und damit verbundene Verletzungen ersparen möchtest, solltest du es zunächst einmal allein auf eine Koppel neben den neuen Kollegen stellen, damit sich die Pferde sehen und idealerweise auch beschnuppern können. Dein Pferd muss dabei genug Platz haben, um jederzeit ausweichen zu können! Ist die erste Aufregung einmal vorbei, können die Pferde einzeln, beginnend mit dem freundlichsten Pferd, zum Neuankömmling gestellt werden. Achte jedoch darauf, dass es in der Koppel keine „Prügelecken“ gibt, in die dein Pferd hineingedrängt werden könnte.
    Kommt dein Pferd in einen Offenstall, solltest du in der ersten Zeit genau beobachten, ob es vom Futter oder Wasser verdrängt wird. Lieber ein Heunetz mehr aufhängen als Streitereien riskieren! Viele Offenställe sind mit Streifenvorhängen ausgestattet, gewöhne dein Pferd rechtzeitig daran. Es gibt viele Pferde, die sich entweder gar nicht durch den Vorhang trauen und dann im Regen stehen oder nach dem Motto „Augen zu und durch“ hektisch durch den Vorhang schießen, egal, wer oder was sich auf der anderen Seite befindet!
  7. Neue Menschen: Sollte dein Pferd besondere „Fähigkeiten“ haben, wie z. B. Türen öffnen, oder sollte es sich vor bestimmten Dingen (Besen, Mistgabeln …) fürchten etc., teile das allen Menschen mit, die mit deinem Pferd im neuen Stall zu tun haben werden. Du bewahrst damit Mensch und Pferd vor negativen Erfahrungen.
  8. Zeit: Gib deinem Pferd genügend Zeit, um sich einzugewöhnen. Ob es sich dabei um Wochen, Monate oder sogar um ein Jahr handelt, hängt vom Charakter des Pferdes, seinen Erfahrungen und den Begleitumständen im neuen Stall ab. Ältere Pferde tun sich mit einem Stallwechsel besonders schwer. Nicht die Geduld verlieren – das Pferd braucht Zeit, um die neue Gruppe, die Menschen und die Umgebung kennenzulernen und sich sicher zu fühlen.
  9. Verständnis: Beschäftige dich viel mit deinem Pferd, ohne es in seiner neuen Situation zu überfordern oder Druck zu machen. Ruhige Spaziergänge, das gemeinsame Erkunden der neuen Umgebung oder ausgiebiges Putzen sind positive Erlebnisse für euch beide und fördern das gegenseitige Vertrauen.
  10. Vorausschauen: Vermeide es, Situationen eskalieren zu lassen. Wenn du ohnehin schon weißt, dass dein Pferd Probleme mit knatternden Maschinen hat, musst du nicht unbedingt jetzt dein Pferd an einem laufenden Traktor vorbeiführen. Versuche selbst Ruhe auszustrahlen und sei ausnahmsweise großzügig mit Leckerlis – Kauen beruhigt.
  11. Training: Stelle deine Trainingsziele für eine Zeit lang zurück. Dein Pferd kann sich nach einem Stallwechsel schwer konzentrieren. Einfache Übungen, die dein Pferd gut beherrscht und für die du das Pferd garantiert loben kannst, fallen ihm in der neuen Umgebung leichter als schwierige Lektionen und bringen euch beiden viel Motivation.
  12. Rechtzeitige gezielte Unterstützung des Pferdes mit Kräutern: Wenn dein Pferd umziehen soll, kannst du seine Stresstoleranz mit bewährten Kräutern erhöhen. Hopfen wirkt gegen Angstzustände und fördert die Verdauung. Baldrian, Lavendel und Melisse helfen deinem Pferd bei Anspannung, Unruhe, Schlafstörungen und Nervosität – diese Wirkung tut dem Pferd auch in anderen Ausnahmesituationen wie Hufschmied- oder Tierarztbesuch oder zu Silvester gut.

Achtung: Vor allem Baldrian entfaltet seine Wirkung langsam, beginne also rechtzeitig mit der Zufütterung!

Quellen und weiterführende Literatur

  • Bell, C., Rogers, S., Taylor, J., & Busby, D. (11. Dezember 2019). Improving the Recognition of Equine Affective States. Von animals: https://doi.org/10.3390/ani9121124 abgerufen
  • Magengeschwüre Pferde. (2020). Von https://www.magengeschwuere-pferd.de/ abgerufen
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