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Giftpflanzen für Pferde

„Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Diese Weisheit stammt vom berühmten Schweizer Arzt, Naturphilosophen und Alchemisten Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim. Heute ist er weitgehend unter dem Namen „Paracelsus“ bekannt und zählt seit dem 16. Jahrhundert zu den berühmtesten europäischen Ärzten überhaupt. Seine Lehren und Ausführungen gelten bis heute als Grundlage der Naturheilkunde, der Spagyrik und weiteren Bereichen der ganzheitlichen Medizin. Doch was hat es nun mit den Giften auf sich? Worauf muss man bei der Pferdefütterung wie auch bei der Weidehaltung achten? Diese und weitere „giftige“ Aspekte werden hier näher betrachtet. 

Wie kommt es zu Vergiftungen?

Die Natur, die uns umgibt, beschenkt uns seit jeher mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Pflanzen, welche grundlegend alle ihren Platz im Kreislauf des Lebens einnehmen. Kein Gewächs sei hier ohne Nutzen, auch wenn dieser vom Mensch oft nicht gleich erkannt wird. Wie uns das oben genannte Zitat des alten Hohenheimers lehrt, sind es gerade die Giftpflanzen, die durch ihre starke Wirksamkeit oftmals auch gleichzeitig als Arzneipflanzen genutzt werden können. Doch ist hier das Wissen um den Umgang und die Dosierung essentiell. Stark wirksame Pflanzen dürfen nicht einfach, wie reguläre Futterpflanzen gefressen werden, da sie bereits in geringer Dosierung eine starke systemische Wirkung im Organismus hervorrufen können. Abhängig vom Wirkungsbereich treten die entsprechenden Vergiftungserscheinungen auf.

Wildtiere verfügen weitgehend über natürliche Instinkte und somit über die Fähigkeit Futterpflanzen von Giftpflanzen zu unterscheiden. Diese Fähigkeit wurde nicht nur bei Wildtieren beobachtet, welche im Zuge ihrer Kinderstube von den Muttertieren lernen was essbar und was ungenießbar ist, wie es zum Beispiel bei den Primaten der Fall ist. Auch andere Wildtiere, welche von Anfang an auf sich allein gestellt sind, wie zum Beispiel Schildkröten, Echsen oder andere Reptilien, wissen instinktiv welche Pflanzen für sie essbar sind, welche ungenießbar, und welche sogar gefährlich giftig sind. Es wurde auch immer wieder bei verschiedenen Wildtier-Arten beobachtet, dass sie im Fall einer Krankheit oder anderen Beschwerden oft weite Wegstrecken zurücklegen um gerade eine bestimmte Pflanze als Arznei zu fressen, die sie ansonsten, im gesunden Zustand meiden würden. Das pharmakologische Wissen von Wildtieren wird aktuell durch die noch junge Wissenschaft der Zoopharmakognosie umfangreich erforscht.

Vergiftungen auf der Weide

Auch unsere Haustiere verfügen teilweise noch über diese Instinkte. Durch die zunehmende Züchtung bestimmter Rassen werden jedoch zwar einerseits bestimmte Merkmale der Tiere hervorgehoben, aber andere Merkmale gehen zunehmend verloren. Auch bei Tieren die vermehrt im Stall gehalten werden, die täglich vom Menschen umsorgt werden, oder bei Jungtieren, die nicht mehr zusammen mit den Muttertieren auf der Weide aufwachsen dürfen, treten natürliche Instinkte teilweise in den Hintergrund, da sie durch die Umstände ihrer Haltung einfach nicht mehr benötigt werden. Durch den Verlust der natürlichen Instinkte verlieren die Tiere somit auch teilweise die Fähigkeit in der freien Natur die Futterpflanzen von Giftpflanzen zu unterscheiden. Dies führt, vor allem bei unerfahrenen Jungtieren, im Zuge der Weidehaltung immer wieder zu Vergiftungen. Bei älteren erfahrenen Tieren, welche an Weidehaltung gewöhnt sind, kommen solche Vergiftungen seltener vor. Als Vorsichtsmaßnahme ist hier natürlich zu empfehlen, alle bekannten Giftpflanzen im Bereich der Weide zu entfernen, sodass diese für die Tiere nicht mehr zugänglich sind.

Vergiftung durch Futtermittel

Eine weitere Möglichkeit für Tiere sich zu vergiften, ist die Aufnahme von Giftpflanzen über das Heu oder andere Futtermittel. Eine gesunde Wiese besteht grundsätzlich aus einer Vielzahl von Kräutern, Gräsern und Blumen. Nicht alle davon sind für die Tiere auch bekömmlich. Ein gutes Beispiel dafür ist der weit verbreitete Hahnenfuß. Diese Pflanze wird auf der Weide von den Tieren nicht gefressen, da sie den giftigen Wirkstoff Protoanemonin enthält. Hier sind die natürlichen Instinkte der Weidetiere noch voll funktionsfähig. In getrockneter Form, im Heu ist es für die Tiere jedoch deutlich schwieriger die enthaltenen Giftpflanzen auszumachen. Der Hahnenfuß wird in frischem Zustand, je nach Art, als schwach giftig bis giftig eingestuft. Das enthaltene Toxin wird jedoch durch den Trocknungsvorgang der Pflanze in ungiftiges Anemonin umgewandelt. Dieser Prozess erfordert natürlich etwas Zeit. Daher kann es hier bei sehr frischem Heu zwar noch zu Vergiftungserscheinungen beziehungsweise „Unbekömmlichkeiten“ kommen, in gut getrocknetem Zustand ist der Hahnenfuß jedoch völlig ungiftig und kann bedenkenlos mitverfüttert werden.

Bei anderen Pflanzen, wie der tödlich giftigen Herbstzeitlose, wird der Wirkstoff Colchicin durch das Trocknen jedoch nicht abgebaut. Tatsächlich gehört die Herbstzeitlose zu den gefährlichsten Giftpflanzen für Pferde. In frischem Zustand auf der Weide wird die Pflanze von den Tieren gemieden. Doch besonders bei einer späten Maht im Frühjahr können Teile der Pflanze ins Heu gelangen. Bereits eine Dosis von rund 400 g getrocknetem Pflanzenmaterial kann für ein Pferd tödlich sein. Daher gilt eine Verunreinigung durch Herbstzeitlose im Heu als höchst problematisch. Oft können erste Vergiftungserscheinungen auch nicht sofort als solche erkannt werden. Der Wirkstoff Colchicin ist ein Zellgift und wird vom Organismus rasch resorbiert. Erste Vergiftungserscheinungen treten an inneren Organen mit einem hohen Zellwachstum, wie zum Beispiel dem Magen-Darmtrakt auf. Es kommt zu Koliken, blutigen Durchfällen aber auch zu Herz- Kreislaufstörungen. Ein spezifisches Antidot für Colchicin gibt es bisher nicht, weshalb eine Vergiftung unbedingt vermieden werden sollte. Im Ernstfall können nur die Symptome behandelt werden. Durch die Gabe von elektrolythaltigen Flüssigkeiten unterstützt man das Ausspülen der Giftstoffe und gleicht den starken Flüssigkeitsverlust aus. Präparate aus Mariendistel unterstützen die Zellregeneration sowie unser wichtigstes Entgiftungsorgan: die Leber. Selbst bei Vergiftungen mit dem tödlich wirksamen Knollenblätterpilz können Präparate aus Mariendistelsamen erfolgreich eingesetzt werden. Um eine Vergiftung mit Herbstzeitlose vorab zu vermeiden, sollte der Verbreitung der Pflanze auf Heuwiesen grundsätzlich entgegengewirkt werden. 

Stark wirksame Pflanzengifte

Mit dieser Ausführung über die tödlich giftige Herbstzeitlose stehen wir auch schon mitten in Hekate´s Kräutergarten. In der griechischen Mythologie galt Hekate als die Göttin der Magie und der religiösen Riten. Sie war die Wächterin der Schwellen und Übergänge sowie der Tore zu den anderen Welten. Als Orakelgöttin konnte sie mit den Geistern und den Toten kommunizieren wie auch die Zukunft offenbaren. Viele Geschichten ranken sich um ihren geheimen Garten, in dem zahlreiche giftige und halluzinogene Arzneipflanzen wachsen. Ihr gehören die starken Giftpflanzen, wie der tödlich wirkende Eisenhut (Aconitum), die herzwirksamen Fingerhüte (Digitalis), die atropinhältige Tollkirsche (Atropa belladonna), die Bilsenkräuter (Hyoscyamus) oder der nach Mäuse-Urin stinkende gefleckte Schierling (Conium maculatum), der selbst dem weisen Sokrates als Trank zum Verhängnis wurde. Auch die Eibe (Taxus baccata), welche bei uns häufig als Hecken- oder Friedhofsgehölz anzutreffen ist, ist als einziger Nadelbaum in allen Pflanzenteilen tödlich giftig, bis auf die roten Beeren, die den giftigen Samenkern umhüllen. Möglicherweise galt die Eibe auch deshalb in der nordischen Mythologie als Wächter zwischen dem Diesseits und dem Totenreich. 

Diese, und weitere stark giftige Pflanzen sind zwar im mythologischen Arzneipflanzengarten der Hekate willkommen, nicht jedoch auf unseren Pferdeweiden. Daher sollte die Auswahl der Zierpflanzen unserer Hecken und Gärten, welche direkt an die Weiden angrenzen sorgsam durchgeführt werden. Immer wieder kommt es zu Problemen, weil Jungtiere an giftigem Heckengehölz knabbern, oder giftige Pflanzenteile ins Heu gelangen. Die starken Gifte im Pflanzenreich sind, wie eines seiner bekanntesten Vertreter, das Atropin, nämlich unerbittlich. Der Gattungsname der Tollkirsche „Atropa“ leitet sich ab von einer der drei Schicksalsgöttinnen. Atropos war die „Unabwendbare“, die den Lebensfaden aller Wesen durchschneidet. Doch auch wenn wir um die starken Gifte wissend hier äußerste Sorgfalt walten lassen müssen, sollten wir darüber hinaus dennoch die Weisheit des Paracelsus nicht vergessen. So ist es der Giftstoff der Herbstzeitlose, der ebenso als entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkstoff bei akuter Gichtarthritis eingesetzt wird. Das in der tödlich giftigen Eibe enthaltene Paclitaxel wird erfolgreich in der Krebstherapie verwendet, und Atropin ist ein höchst wirksames Mittel in der Intensiv- und Notfallmedizin zur Behandlung einer zu niedrigen Herzfrequenz.    

Giftwirkung alltäglicher Pflanzen in unserer Umgebung

Giftiges Heckengehölz

Viele unserer Gärten, Felder und Weiden sind von Heckengehölz begrenzt. Beliebt sind dabei pflegeleichte, immergrüne Sträucher wie die Thuja, die Eibe oder der Buchsbaum. Doch gerade diese zählen zu den giftigen Vertretern im Pflanzenreich. So gehört die beliebte Thuja (Lebensbaum) zu den Zypressengewächsen und enthält giftiges Thujon. Beim Menschen kann es schon durch Berührung zu Hautreizungen kommen. Bei Weidetieren kommt es leider immer wieder zu sogar tödlichen Vergiftungen durch den Verbiss am Heckengehölz oder durch liegengebliebenen Heckenschnitt. Auch der beliebte Buchsbaum ist in allen Pflanzenteilen giftig. Weitere typische, jedoch giftige Heckengehölzer sind der gelbblühende Ginster, welcher Übelkeit, Magen- Darmbeschwerden und Kreislaufprobleme verursachen kann, der gemeine Goldregen, von dem bereits 2 bis 3 Samenkörner Vergiftungserscheinungen bei Kleinkindern verursachen können, der Liguster, der toxisch auf Menschen und Tiere wirkt, der Kirschlorbeer, der cyanogene Glycoside enthält und damit zum Tod durch Atemlähmung führt, oder die rote Heckenkirsche, deren Beeren zwar einladend auf Kinder und Tiere wirken, aber beim Verzehr durch die enthaltenen Saponine und cyanogenen Glycoside zu unangenehmen Vergiftungen führen. Daher sollte man beim Anlegen von Hecken und Weidezäunen darauf achten, Pflanzen zu wählen welche für die Tiere ungiftig sind. Hierbei sollte man sich auch wirklich gut darüber informieren, welche Bäume und Sträucher für die Bepflanzung der Weiden geeignet sind. Ein weitverbreiteter Irrglaube ist zum Beispiel, dass die Rosskastanie früher an Pferde verfüttert wurde. Tatsächlich ist die Rosskastanie für Pferde giftig und nicht als Futtermittel geeignet. Ein Absud der Rosskastanie wurde allerdings in geringer Dosierung früher zur Behandlung von Pferdehusten eingesetzt. Für die Bepflanzung von Weiden und den angrenzenden Hecken sind zum Beispiel verschiedene Obsthölzer, Schlehdorn, Weißdorn oder Hagebutten, Hainbuchen, Birken, Felsenbirnen, Hartriegel, Haselnüsse oder die zahlreichen Beerensträucher gut geeignet. Diese ranken sich schnellwachsend und oft stachelig durch die Hecken und sorgen für dichten Bewuchs. Die genannten, wie auch viele weitere ungiftige Vertreter der Heckenhölzer werden zwar ebenso gern von den Weidebewohnern angeknabbert, richten dabei aber keinerlei Schaden an und sind zudem oft noch beliebte Bienenweiden.

Giftige Wald- und Wiesenkräuter

Auch bei den alltäglichen Kräutern, die uns am Waldrand oder auf unseren Wiesen begegnen, gibt es einige giftige Vertreter. Manche davon haben sich bereits weitgehend einen Namen gemacht, wie die leberschädigenden Greiskräuter. Einer der bekanntesten Vertreter ist das gelb blühende Jakobs-Kreiskraut oder auch Kreuz Jakobskraut genannt. Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide führen zu Leberfunktionsstörungen und sind auch in zahlreichen anderen Pflanzen, wie zum Beispiel Raublattgewächsen enthalten. Doch ist es auch hier wieder einmal die Dosis, die das Gift ausmacht. So sind zwar die Greiskräuter auf jeden Fall zu meiden, aber ein gelegentlicher Verzehr von Borretsch, welcher auch als Gurkenkraut bekannt ist, gilt als unbedenklich, da hier der Gehalt der Alkaloide so gering ist, dass es beim Verzehr mäßiger Mengen zu keinerlei Vergiftungssymptomen kommt. In größeren Mengen sollte Borretsch jedoch nicht verzehrt werden und ist daher auch auf Weiden meistens nicht gerne gesehen. Desweiteren gibt es natürlich Kräuter, die zwar für den Menschen unbedenklich sind und sogar als beliebte Beikräuter in der Küche und in der Hausapotheke Einsatz finden, jedoch für bestimmte Tierarten giftig bis zu stark giftig sind. Ein Beispiel dafür ist die allseits weit verbreitete Gundelrebe, auch als Gundermann bekannt. Die Kräuterfreunde kennen die bodennah wachsende Gundelrebe als beliebtes Frühlingskraut. Schmackhaft im Salat oder in der Suppe dient sie für Abwechslung auf dem Speiseplan und regt zudem auch den Stoffwechsel an. Für Pferde jedoch ist die Gundelrebe höchst giftig und kann beim Verzehr von größeren Mengen sogar zum Tod führen. Eine Vergiftung zeigt sich unter anderem durch erweiterte Pupillen, erhöhtem Puls, Schweißausbrüchen und Atemnot.

Die Liste an Pflanzen welche schwache, mäßige und auch starke Vergiftungen hervorrufen können, könnte man hier noch umfangreich weiterführen. Die angeführten Beispiele sollen hier vor allem dazu anregen, sich selbst umfangreich zu dem Thema zu informieren, um mögliche Vergiftungen seiner vierbeinigen Lieblinge zu vermeiden. Dabei können fundierte Kräuterbücher hilfreich sein, oder eine Begehung der Weide zusammen mit einem Fachmann.    

Von Bakterien und Pilzgiften – der Blick in den Mikrokosmos 

Ein weiterer, oft unbeachteter Punkt bei den Vergiftungen ist die Aufnahme von Pilzgiften oder schädlichen Bakterien durch verdorbenes Futter. Daher ist hier die Qualität der Futtermittel besonders ausschlaggebend. Bakterien und Pilze umgeben uns überall. Die meisten davon sind auch nicht schädlich, sondern gehören zu unserem natürlichem Biom. So sind zum Beispiel die Bakterien in unserem Darmtrakt lebenswichtig für unsere Existenz. Andere Bakterien und Pilze in unserer Umgebung können jedoch Krankheiten verursachen oder entwickeln schädliche Abbauprodukte. So gelten zum Beispiel die Abbauprodukte verschiedener Schimmelpilze, die sogenannten Aflatoxine und weitere Mykotoxine als höchst giftig und sind in Futtermitteln vom Gesetzgeber mit maximalen Grenzwerten belegt. Hier ist auf jeden Fall auf gute Qualität der verwendeten Futtermittel zu achten. Eine ständige Aufnahme von schädlichen Mikroorganismen kann auf Dauer zu einer chronischen Belastung für das Tier führen und damit unterschiedliche Beschwerden hervorrufen.

Manche Pilze befallen unsere Futtermittel bereits auf dem Feld. Ein bekannter Vertreter dieser Getreidepilze ist das Mutterkorn. Der Mutterkornpilz befällt die Ähren verschiedener Getreidearten sowie verschiedener Gräser. Bei einem Befall sind an den einzelnen Getreidekörnern schwarze Überwucherungen zu erkennen. Dieses Sklerotium des Mutterkornpilzes enthält über 80 verschiedene Alkaloide, welche für Mensch und Tier gefährlich werden können. Eine der bekanntesten Vertreter ist die, vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann isolierte Lysergsäure-Diethylamid-25, besser bekannt unter dem Namen LSD. Diese starken Halluzinogene verursachen bei Einnahme einen Ergotismus, also eine Mutterkornvergiftung, die im Mittelalter auch als Antoniusfeuer bekannt war. Zu den Symptomen gehören Wahnvorstellungen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Erbrechen, Empfindungsstörungen und Durchfall. Bei einer akuten Vergiftung durch Mutterkorn kann es sogar zu einem Atemstillstand bis hin zum Tod durch Herzstillstand kommen. Neben den bekannten Getreidesorten können über 400 verschiedene Gräser vom Mutterkornpilz befallen werden. Somit ist eine Kontamination auch durch Heu, speziell von Feuchtwiesen oder angrenzenden Getreidefeldern möglich. Auch der Maisbeulenbrand zählt zu den Getreidepilzen. Er ist ein parasitärer Brandpilz der speziell Maiskolben befällt. Im Anfangsstadium gilt er für Menschen als essbar, im weiteren Stadium entwickelt er allerdings ebenso ergotaminähnliche Alkaloide und wirkt toxisch auf Mensch und Tier.   

Vergiftungen erkennen und richtig reagieren

Durch die weitgehend unterschiedlichen Symptome, die durch Vergiftungen auftreten können, sind diese oft nicht gleich zu erkennen. Eine langsame, chronische Aufnahme von Giften kann oft zu schleichenden Symptomen führen, während starke Gifte meistens sehr heftig und akut auftreten. Die jeweiligen Symptome sind individuell vom aufgenommenen Gift abhängig. Besteht aber ein Verdacht auf eine Vergiftung beim Tier ist umgehend der Tierarzt zu kontaktieren. Die Quelle der Vergiftung sollte so rasch wie möglich ermittelt werden, um die entsprechend richtigen Gegenmaßnahmen setzen zu können. Des Weiteren muss die Vergiftungsquelle natürlich sofort eliminiert werden, um einer weiteren Belastung entgegenzuwirken. Sind die richtigen Maßnahmen vom Tierarzt gesetzt, und konnte die akute Vergiftung behandelt werden, sollte man sein Tier sanft dabei unterstützen den geschädigten Organismus wieder aufzubauen. Dabei können Heilkräuter welche den Stoffwechsel sowie die Ausscheidungsorgane wie Leber und Nieren anregen unterstützend eingesetzt werden. Die Mariendistel mit ihren leberschützenden und regenerierenden Eigenschaften ist hier häufig das Mittel der ersten Wahl. Aber auch Löwenzahn, Goldrute, Birkenblätter oder Brennnesseln können helfen den Stoffwechsel anzuregen und Giftstoffe auszuleiten. Weißdorn stärkt dabei das Herz- Kreislaufsystem die Hagebutte sorgt für die nötige Menge an Vitamin C und der rote Sonnenhut stärkt das körpereigene Immunsystem. Natürlich sollte nach einer akuten Vergiftung auch jede weitere Nachbehandlung mit dem Tierarzt sorgfältig abgesprochen werden. Bestenfalls können akute Vergiftungen bereits vorab vermieden werden, indem man sich bezüglich der uns umgebenden Giftpflanzen sorgfältig informiert.

 

Quellen

  • Das Buch der Gifte (Gustav Schenk, Safari Verlag Berlin 1954)
  • Pathologie und Therapie (Nothnagel)
  • https://www.botanikus.de/informatives/giftpflanzen/giftpflanzen-und-tiere/pferde/
  • https://eqwo.net/bilderlexikon-die-100-giftigsten-pflanzen-fuer-pferde/featured-de/news_/
  • Artikel: „Selbstmedikation in Wald und Flur“ auf Ärztezeitung.de 2009: https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Selbstmedikation-in-Wald-und-Flur-373706.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Zoopharmakognosie
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Colchicin
  • https://www.botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/gundermann-gundelrebe/
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