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Meerrettich

Meerrettich, in Österreich „Kren“ genannt, hat eine lange Tradition in der Tierheilkunde. Die positive Wirkung der scharfen Meerrettichwurzel auf das Wohlbefinden des Pferdes erlebt in den letzten Jahren ein Revival.

Wie sieht Meerrettich aus, und wo kommt er vor?

Meerrettich (Armoracia rusticana) ist in ganz Europa und Westasien zu finden. Die bis zu 2 Meter hohe, krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) wächst wild auf feuchten Wiesen und auf Böschungen. Die großen, gewellten, lanzettförmigen Blätter stehen aufrecht, werden bis zu einem Meter lang und bilden wuchernde Schöpfe. Um die Pflanze von ähnlich aussehenden Ampfer-Arten zu unterscheiden, hilft die Blätter zu zerreiben – der scharfe Geruch ist unverwechselbar. Von Mai bis Juli trägt der Meerrettich weiße, duftende, in Trauben angeordnete Blüten, die aus den Blattachseln austreiben und zu kleinen runden Schoten heranreifen. Der starke Wurzelstock besteht aus senkrecht nach unten wachsenden, dicken, fleischigen Pfahlwurzeln, die bis zu 60 cm in den Erdboden reichen. Damit kann der Meerrettich Temperaturen bis zu minus 50 Grad überdauern. Wegen dieser würzigen, scharf schmeckenden Wurzeln wird der Meerrettich schon seit dem Mittelalter als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze kultiviert.

Der Name „Meerrettich“ ist etwas irreführend, da er mit den verschiedenen, ebenfalls scharfen Rettich-Sorten (Raphanus) nicht näher verwandt ist. Woher die Pflanze ihren Namen hat, ist nicht ganz geklärt – möglicherweise vom Meer, weil sie in Küstennähe wächst, oder von „mehr“ im Sinne von „großer Rettich“. Ob eine Herleitung von „Mähre“ (ausgezehrtes Pferd) oder die englische Bezeichnung horseradish (Pferderettich) etwas damit zu tun haben, dass Meerrettich eine traditionelle Heilpflanze für Pferde war, ist nicht ganz geklärt. 

Welche Teile des Meerrettichs werden verwendet?

In der Phytotherapie wie auch in der Küche werden vor allem die großen Wurzeln des Meerrettichs verwendet. Essbar sind aber auch die Seitenwurzeln und die jungen Triebe der Pflanze.
Die 4 bis 6 cm starken Meerrettichwurzeln, die außen bräunlich und innen weiß sind, werden zum Großteil im Herbst geerntet, wenn sie die höchste Menge an Inhaltsstoffen und die intensivste Schärfe haben. Die Scharfstoffe kommen erst beim Zerkleinern der Wurzel zur Wirkung. Dabei kommt es zu den bekannten Effekten des Meerrettichs: Die Augen tränen, die Nase läuft. Erwischt man ein bisschen zu viel vom rohen Kren zum Würstel, brennt der ganze Rachen, und es hilft nur mehr intensives Riechen an einer Brotscheibe. Bei langer Lagerung und beim Kochen geht die Schärfe verloren.

Was macht den Meerrettich so scharf?

Die Wurzel enthält Glucosinolate bzw. Senfölglykoside – sekundäre Pflanzenstoffe, die beim Raspeln, Reiben, Zerschneiden oder Zerkauen abgebaut und enzymatisch zu Senfölen aufgespalten werden. Senföle reizen beim Freiwerden die Schleimhäute.

Welche positiven Wirkungen haben die Inhaltsstoffe des Meerrettichs?

Die Meerrettichwurzel enthält viel Vitamin C, Vitamin B sowie die Mineralstoffe Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium und Phosphor. Außerdem ist die Wurzel reich an sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidativ wirken und das Immunsystem stärken. Der wichtigste Bestandteil des Meerrettichs sind allerdings die scharfen Senföle und ätherischen Öle, die schleimlösende und antimikrobielle Wirkungen haben. Die Wirksamkeit gegen Bakterien wie E. Coli ist seit den 1950er-Jahren bestätigt und hat dem Meerrettich auch die Bezeichnung „pflanzliches Penicillin“ eingebracht. Die flüchtigen und öligen Wirkstoffe hemmen außerdem auch Virus- und Pilzinfektionen.

Nach Aufnahme von Meerrettich werden die Abbauprodukte der Senföle über die Lunge ausgeatmet und über die Harnwege ausgeschieden.

Bei welchen Beschwerden des Pferdes kann Meerrettich helfen?

Meerrettich wird traditionell bei Bronchitis, Infekten der oberen Atemwege und bei Blasenentzündung eingesetzt. Die Scharfstoffe sorgen für eine gute Durchblutung der Schleimhäute und regen die Drüsentätigkeit an.

Mit der positiven Wirkung des Meerrettichs auf Stoffwechsel und Immunsystem und der Wirksamkeit gegen Keime aus der Umgebung kann das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes beispielsweise in Stresssituationen und bei Entwurmungen optimal unterstützt werden.

In der Regel nehmen Pferde Meerrettichzubereitungen problemlos mit dem Futter auf.

Achtung: Bei der Gabe von reinem Meerrettich ist es besser, die Tagesdosis auf mehrere Portionen aufzuteilen, um den Magen nicht zu reizen! Fertigprodukte nur nach Empfehlung des Herstellers verfüttern!

Meerrettich kann auch äußerlich in Form von Auflagen angewendet werden, um die Hautdurchblutung und Wärmeentwicklung zu steigern und Heilungsprozesse bei Arthrose, Gallen und angelaufenen Beinen in Gang zu bringen.

Achtung: Meerrettich bewirkt eine intensive Hautreizung und wird von manchen Pferden nicht vertragen. Bei Auftreten von Überempfindlichkeiten soll Meerrettich nicht äußerlich angewendet werden!


Quellen und weiterführende Literatur

  • Brendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.

  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.