Borreliose beim Hund - Zeckenbiss mit Langzeitfolgen

Borrelien sind Bakterien, die von Zecken auf Hunde übertragen werden - und unsere Schnüffelnasen können fast das ganze Jahr über mit Zecken in Kontakt kommen. Fest steht aber, Hunde mit einem starken Immunsystem erkranken nur sehr selten an einer Borrelien-Infektion (Lyme-Borreliose). Was Borreliose ist und was du vorbeugend dagegen tun kannst, liest du hier.

Was sind Borrelien?

Der Erreger der Lyme-Borreliose wurde erstmals 1981 von dem US-amerikanischen Bakteriologen und Parasitologen Willy Burgdorfer in Zecken nachgewiesen und ihm zu Ehren Borrelia burgdorferi benannt. Borrelia burgdorferi sind große, schraubenförmige Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten, die sich aktiv bewegen können, indem sie sich wie ein Korkenzieher durch das Gewebe schrauben. Sie umfassen insgesamt 19 Arten, von denen drei dem Hund gefährlich werden können. Die Erreger bewohnen den Darm von Zecken der Gattung Ixodes (Schildzecke). Dazu zählen der europaweit verbreitete Große Holzbock und die Igelzecke. Die Zecken werden beim Saugen an einem infizierten Wildtier (Mäuse, Igel oder Wildwiederkäuer) von den Borrelien befallen. Laut Studien sind allein in Deutschland ca 5 bis 35 % aller Zecken mit Borrelien infiziert.

Wie steckt sich der Hund mit Borrelien an?

Bei einer Blutmahlzeit der Zecke am Hund werden die Borrelien im Darm aktiv und wandern in die Speicheldrüsen. Von dort gelangen sie frühestens 16 Stunden nach dem Zeckenbiss in die Haut des Hundes. In Ausnahmefällen kann die Übertragungszeit kürzer sein, z. B. wenn die infizierte Zecke den Wirt wechselt und sich die Erreger bereits im Speichel befinden. Der Hund kann sich ausschließlich über Zecken mit Borrelien anstecken. Eine Ansteckung von Hund zu Hund sowie von Hund zu Mensch (und umgekehrt) ist ausgeschlossen.

Was passiert bei einer Borrelien-Infektion?

Nach dem Biss einer infizierten Zecke breiten sich die Erreger von der Stelle, an der sich die Zecke angeheftet hat, in der Haut aus. Beim Menschen ist die dadurch ausgelöste lokale Entzündungsreaktion an einem typischen roten Ring, um die Bissstelle zu erkennen. Dieses Symptom, die sogenannte Wanderröte (Erythrema migrans), tritt beim Hund nicht auf. Vorübergehende leichte Hautrötungen nach dem Biss können zwar vorkommen, werden aber unter dem Hundefell kaum einmal entdeckt.

Die gute Nachricht: Nur 5 bis 10 % aller infizierten Hunde entwickeln Symptome. Im Großteil der Fälle reagiert das Immunsystem des Hundes auf die Borrelien in der Haut mit Antikörperbildung. Wenn die Immunabwehr allerdings durch andere Infektionen, Stress etc. geschwächt ist, beginnen sich die Bakterien durch Teilung langsam zu vermehren und breiten sich im Körper aus. In diesem Stadium gelingt es ihnen, das Immunsystem durch Veränderung ihrer Oberflächenproteine zu „überlisten“ und aktiv in Kollagengewebe, Gelenke und in die Bindegewebsschichten, die das Zentralnervensystem umschließen, einzuwandern. Dort können sie im Ruhezustand überdauern und werden von Medikamenten nicht erreicht. Wird die Borreliose nicht oder nicht vollständig behandelt, können die Bakterien im Körpergewebe des Hundes überleben und ein ganzes Hundeleben lang immer wieder neue Schübe auslösen. Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Borreliose liegt beim Hund zwischen zwei und fünf Monaten.

Welche Symptome hat ein Hund mit Borreliose?

Leider sind die Borreliose-Symptome des Hundes unklar. In der Frühphase der Infektion wirkt der Hund eventuell ein oder zwei Tage abgeschlagen und hat Fieber. Danach folgt eine mehrwöchige oder sogar mehrmonatige asymptomatische Phase. Im Anschluss daran zeigt der Hund dann häufig zum ersten Mal für einige Tage eine Lahmheit, die oft auch ohne Behandlung wieder abklingt.

Typische Symptome für Borreliose sind vor allem 

  • Mattigkeit
  • Fressunlust
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellung
  • wechselnde Lahmheiten verschiedenen Grades.

Bei manchen Hunden kommt es im Krankheitsverlauf zu Herzerkrankungen oder zu neurologischen Symptomen.In seltenen Fällen kann eine schwerwiegende Nierenerkrankung, die „Lyme-assoziierte Proteinverlust-Nephropathie“ auftreten, die durch übermäßige Ausscheidung von Eiweiß über den Harn gekennzeichnet ist und zu Nierenversagen führt. Ein höheres Risiko für eine Nierenschädigung durch Borrelien wurde bei bestimmten Hunderassen wie Labrador Retriever, Golden Retriever, Sheltie und Berner Sennenhund beobachtet.

Wie wird Borreliose beim Hund diagnostiziert?

Borreliose ist aufgrund der verschiedenen und wechselnden Symptome schwierig zu diagnostizieren. Bei Verdacht auf eine Borrelien-Infektion wird zunächst abgeklärt, ob der Hund mit Zecken in Kontakt gekommen ist und ob der Hund nach einem Zeckenbiss Hautveränderungen gezeigt hat. Oftmals wurde der Hund aufgrund eines seiner Symptome bereits antibiotisch behandelt, was zu einer kurzfristigen Verbesserung, aber nicht zur vollständigen Heilung geführt hat. Um andere Ursachen für die Beschwerden des Hundes auszuschließen, müssen die Erreger vor Beginn der Therapie durch Laboruntersuchungen nachgewiesen werden.

Wie können Borrelien nachgewiesen werden?

Es gibt verschiedene Nachweisverfahren, um die Diagnose einer Borrelieninfektion zu erleichtern. Mit einem ELISA-Test wird der Gesamtgehalt an Antikörpern gegen Borrelien im Serum untersucht. Eine genaue Differenzierung der Antikörper ist damit nicht möglich, d. h. es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob der Hund an einer akuten Borrelieninfektion leidet oder die Krankheit bereits überstanden hat oder gegen Borreliose geimpft ist. Geringere Mengen an Antikörpern werden möglicherweise nicht erfasst. Genauere Resultate liefert der sogenannte Westernblot, für den Proteine auf ein Trägermedium übertragen werden, um spezifische Antikörper im Serum nachzuweisen.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit ist der Erregernachweis mittels PCR (Polymerase chain reaction) oder durch eine Bakterienkultur, die in einem Zeitraum bis zu sechs Wochen auf Probenmaterial angezüchtet wird. Dabei werden Borrelien-Antigene aus Gewebeproben vervielfältigt und anschließend durch verschiedene Marker sichtbar gemacht. Der PCR-Test und die Bakterienkultur führen manchmal zu falsch-negativen Ergebnissen, weil im entnommenen Gewebe zum Zeitpunkt der Entnahme oft nur wenige oder gar keine Bakterien vorhanden sein können, was speziell bei chronischer Borreliose der Fall sein kann. Positive Ergebnisse sind allerdings beweisend für eine Infektion. Um zu einer sicheren Diagnose zu gelangen, wird in der Praxis zumeist eine Kombination aus ELISA-Test und Westernblot im Labor durchgeführt.

Wie wird Borreliose beim Hund behandelt?

Um die Borrelien vollständig zu eliminieren, muss der Hund zumindest vier Wochen lang mit Antibiotika behandelt werden. Wenn die Therapie abgebrochen oder frühzeitig beendet wird, besteht ein hohes Risiko für Rückfälle. Schmerzhafte Symptome wie Lahmheiten werden zusätzlich mit schmerzstillenden Medikamenten behandelt, bis die Beschwerden abklingen. Bei Hunden, die an Gelenksbeschwerden leiden, sollte die Therapie innerhalb von wenigen Tagen ansprechen. Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass eine antibakterielle Therapie nicht in 100 % aller Fälle die Infektion beseitigt und dass die Borreliose chronisch werden kann. Längere Antibiotikagaben schlagen auch dem Hund auf den Magen. Die chemischen Präparate töten nicht nur die Borrelien ab, sondern vernichten auch die nützlichen Bakterienstämme, die den Verdauungstrakt des Hundes besiedeln. Weiters können die hoch dosierten Medikamente die Magenschleimhaut schädigen. Viele Tierärzte verordnen daher zusätzlich Magenschoner.

Du kannst eventuellen Magenbeschwerden deines Hundes aber auch mit der Zufütterung von Kräutern vorbeugen.

  • Süßholzwurzel wirkt schleimhautschützend und entzündungshemmend.
  • Eibisch enthält Schleimstoffe, die sich wie ein Schutzfilm auf die Magenschleimhaut legen und die gereizte Schleimhaut beruhigen.
  • Die Wirkstoffe der Kamille wirken reizlindernd und entzündungshemmend.
  • Schafgarbe regt die Verdauungstätigkeit an und wirkt lindernd bei dyspeptischen Beschwerden und Krämpfen im Magen- Darmbereich.
  • Lavendel wirkt entspannend und reizlindernd.
  • Walnussblätter enthalten Gerbstoffe, die zusammenziehend und entzündungshemmend wirken.
  • Ehrenpreis wirkt entzündungshemmend und wird volksmedizinisch bei Verdauungsbeschwerden verwendet.

Ist eine Impfung gegen Borreliose sinnvoll?

Seit den 1990er-Jahren sind Impfstoffe erhältlich, die den Hund gegen Infektionen durch Borrelien schützen. Sie wirken direkt auf die Bakterien im Zeckendarm und hemmen deren Wanderung in die Speicheldrüsen der Zecke. Die Impfung kann damit auch Neuinfektionen von Hunden verhindern, die sich schon einmal mit Borrelien infiziert haben. Der Nutzen der Impfung wird allerdings angezweifelt, da Hunde nur selten schwer an Borreliose erkranken. Empfohlen wird die Impfung für Hunde, die sich viel „in freier Wildbahn“ aufhalten wie beispielsweise Jagdhunde. Nach der Grundimmunisierung muss die Impfung jährlich aufgefrischt werden. Bei älteren Hunden, die bereits Kontakt mit Zecken hatten, wird vor der Impfung ein Schnelltest auf Borreliose-Antikörper durchgeführt.

Wie kann ich meinen Hund vor Zecken schützen?

Wenn dein Hund und du gerne in freier Natur unterwegs seid, solltest du rechtzeitig für einen wirksamen Zeckenschutz sorgen. Zecken leben nicht nur im Wald und fallen nicht von Bäumen, sondern lauern auch im Wohngebiet im Gebüsch und im hohen Gras auf ihre Beute, genau dort, wo Hunde am liebsten stöbern und schnüffeln. Präparate wie Spot-ons oder Tabletten, die verlässlich gegen Zecken wirken, erhältst du bei deinem Tierarzt. Alternative Präparate auf pflanzlicher oder EM-Basis solltest du nur verwenden, wenn du deinen Hund wirklich täglich von der Nase bis zu Schwanzspitze auf Zecken absuchen kannst und du dir hundertprozentig sicher bist, jede Zecke auf deinem Hund zu finden. Das Risiko, deinem Hund mit chemischen Präparaten zu schaden, ist geringer als die Gefahr, an einer von Zecken übertragenen Infektion zu erkranken.

Da warme Winter in unseren Breiten immer häufiger sind, sind Zecken so gut wie das ganze Jahr lang aktiv. Erst bei Temperaturen unter 7° verfallen sie in Kältestarre. Wenn du Bedenken hast, deinen Hund ständig mit chemischen Mitteln gegen Zecken zu behandeln, kannst du ihn mit Kräuterkuren unterstützen, um die Entgiftung des Organismus fördern. Auch nach einer Therapie mit hoch dosierten Antibiotika kann eine Leber-Nieren-Kur das Wohlbefinden deines Hundes steigern.

Eine Reihe von Kräutern kann dazu beitragen, die entgiftenden Organe Leber und Niere zu entlasten.

  • Mariendistelfrüchte können die Regeneration der belasteten Leber fördern und die Zellmembranen der Leber vor Zellgiften schützen.

  • Artischocke fördert die Leber-Gallen-Funktion.

  • Goldrute wirkt harntreibend und entgiftend.
  • Löwenzahn und Birkenblätter haben mild entwässernde Wirkung.

Achtung: Für Hunde mit Borreliose-bedingten Nierenerkrankungen können entwässernde Kräuter schädlich sein und sollten nicht gefüttert werden!

Hilfe, mein Hund hat eine Zecke!

Wenn sich eine Zecke an deinem Hund angesaugt hat, solltest du sie so schnell wie möglich entfernen – Borrelien brauchen 16 bis zu 65 Stunden, um über die Speicheldrüsen der Zecke in die Haut des Hundes zu gelangen. Beim Entfernen solltest du keinesfalls Öl, Alkohol, Klebstoff etc. auf die Zecke auftragen oder sie quetschen, da sie beim Ankämpfen gegen das Ersticken besonders viel Speichel absondert. Am besten entfernst du die Zecke rasch mit einer Pinzette oder Zeckenzange. Dabei solltest du darauf achten, dass der Kopf nicht in der Haut stecken bleibt. Danach wird die Bissstelle desinfiziert und die Zecke entsorgt. Praktische Hilfsmittel zur Zeckenentfernung wie eine Zeckenzange oder -schlinge erhältst du im Zoofachhandel oder beim Tierarzt. Leichte Hautreizungen bzw. Juckreiz nach dem Stich kannst du mit einer Wundcreme behandeln, die bewährte Bestandteile wie Zink oder hautberuhigendes Kamillenöl enthält.

Was kann ich vorbeugend gegen Borreliose tun?

Du kannst das Immunsystem deines Hundes sehr gut mit Kräutern unterstützen:

  • Sonnenhut (Echinacea) gilt als wichtigstes Mittel zur Stärkung des Immunsystems und stimuliert die körpereigene Abwehr gegen Bakterien.
  • Sanddorn und Hagebutte haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und fördern damit die Leistung der Immunabwehr.  
  • Taigawurzel hat adaptogene Wirkung und stärkt die Widerstandskraft des Organismus.
  • Weißdorn wirkt kräftigend auf Herz und Kreislauf.
  • Brennnessel unterstützt den Körper beim Abtransport von Schadstoffen.

Ein starkes Immunsystem des Hundes kann mit Borrelien fertig werden, bevor sie im Körper zu streuen beginnen und deinem Hund schaden können. 

Quellen

  • https://www.thieme.de/de/tiermedizin/borreliose-lyme-krankheit-beim-hund-92828%20.htm
  • https://www.idexx.de/files/vector-borne-disease-brochure-de-de.pdf
  • https://www.esccap.de/v2/wp-content/uploads/2020/06/2018-ESCCAP-Vektoren_01.pdf
  • https://laboklin.com/sk/laboklin-newsletters/details/article/borreliose-beim-hund-ein-update/
  • https://parasitenportal.de/borreliose-impfung
Ewalia-Magic-Tipps/Haustier/Borreliose-beim-Hund---Zeckenbiss-mit-Langzeitfolgen-

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