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Birkenblätter und Birkenrinde

Der schlanken Birke mit ihrer hellen Rinde wird allgemein viel Positives zugeschrieben. Sie gilt als Symbol für Jugend und Frühling und soll Mensch und Tier gesund und stark erhalten. Tatsächlich wirken Birkenblätter und Birkenrinde vitalisierend auf den Organismus von Pferd und Hund. Mit ihrer harntreibenden, mild entwässernden Wirkung tragen Birkenblätter zur Durchspülung von Niere und Blase bei und bieten sich für entgiftende Frühjahrskuren an.

Wo kommt die Birke vor, und wie sieht sie aus?

Die Birke stellt keine großen Ansprüche an ihre Umgebung. Sie wächst an trockenen und steinigen Plätzen ebenso wie auf Wiesen und in Mooren, in Mischwäldern und an Waldlichtungen. Der sommergrüne Baum ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Wegen ihrer enormen Wachstumsfähigkeit wird die Birke auch gern in Parks und in Gärten gepflanzt, sie kann in 6 Jahren bis zu 7 Meter hoch werden. Ausgewachsene Birken erreichen eine Höhe von bis zu 30 Metern. Die Baumkrone ist licht und pyramidenförmig. Besonders auffällig ist die glatte weiße Birkenrinde, die sich in Streifen vom Stamm abschält. Weltweit gibt es ca. 60 verschiedene Arten von Birken. Zu therapeutischen Zwecken kommen hauptsächlich die Hängebirke (Betula pendula) und die Moorbirke (Betula pubsescens) zum Einsatz.

Die Birkenblätter sind rautenförmig, zugespitzt und am Blattrand gesägt. Die jungen, noch weichen hellgrünen Blätter tragen Harzdrüsen und fühlen sich leicht klebrig an, ältere Blätter sind glatt und glänzend. Von April bis Mai bildet die Birke männliche und weibliche Blüten aus, die sich gut voneinander unterscheiden lassen. Die 6–10 cm langen hängenden Birkenkätzchen sind männlich, die weiblichen Blüten stehen aufrecht in 2–4 mm langen und 8–10 mm breiten Kätzchen. Ein einziger Baum kann bis zu 100 Millionen Pollen produzieren – zum Leidwesen vieler Allergiker: Die Blütenpollen der Birke zählen zu den aggressivsten und stärksten Baumpollenallergenen. Die nach der Blüte massenhaft gebildeten Früchte der Birke sehen aus wie geflügelte Nüsschen.

Birkenholz ist hell, gelblich- oder rötlich-weiß und hat als Nutzholz wenig Bedeutung, da es nicht witterungsbeständig ist. Als Brennholz ist es jedoch sehr beliebt, Birkenholz verbrennt fast ohne Funkenflug. 

Die zerbrechlich wirkenden Birken sind widerstandsfähiger, als sie aussehen. Sie haben sogar die Eiszeit überlebt, weil sie sehr kälteresistent sind und Temperaturen von bis zu minus 40 Grad überdauern. Die Birke kann nämlich ihn ihrem Ast- und Stammgewebe Stärke in Öl umwandeln, das wie ein Frostschutzmittel wirkt.

Welche Teile der Birke werden in der Phytotherapie verwendet?

Birkenblätter (Betulae folium) werden im Mai und Juni gesammelt und an der Luft getrocknet. Ihr Geruch ist schwach aromatisch, ihr Geschmack ein wenig bitter. Sie werden als Tee, Tinktur oder Presssaft zubereitet.

Die Anwendung von Birkenrinde (Betulae cortex) ist in verschiedensten Kulturkreisen dokumentiert. Streifen aus der weichen, biegsamen Rinde dienten als Verbandsmaterial für Wunden, heute wird der weiche, biegsame „Birkenkork“ in Form von Trockenextrakten oder als Öl verwendet. Die weiße Farbe der Birkenrinde kommt von dem Wirkstoff Betulin, der in der Rinde eingelagert ist und den Baum vor Fraßfeinden und extremen Temperaturen schützt.

Als Birkenknospen (Betulae gemmae) werden die noch nicht aufgeplatzten Knospen bezeichnet, die im Winter oder im zeitigen Frühjahr gesammelt und getrocknet werden. Sie wirken entgiftend und entschlackend.

Für die Gewinnung von Birkensaft (Betulae liquor) wird ein mindestens 20 cm dicker Stamm zwischen März und Mai „angezapft“. Dafür wird der Stamm angebohrt, die Flüssigkeit aufgefangen und das Loch mit Baumwachs wieder verschlossen. Aus einem Stamm lassen sich ca. 3 Liter Flüssigkeit gewinnen, ohne dass der Baum Schaden nimmt. Der schmackhafte, erfrischende Birkensaft war früher ein beliebtes Mittel zur Blutreinigung bei Frühjahrskuren. Äußerlich angewandt, half er bei Hautproblemen und spärlichem Haarwuchs. Er enthält Zucker, organische Säuren und Eiweißstoffe und lässt sich zu einem alkoholischen Getränk vergären.

Birkenkohle wird aus Birkenholz erzeugt, das unter geringer Sauerstoffzufuhr verbrannt wird. Sie hat bindende Eigenschaften und wirkt gegen Magenübersäuerung, Gasbildung und Durchfall.

Birkenteer wird durch trockene Destillation aus Birkenzweigen und -rinde gewonnen. Die zähe schwarzbraune Flüssigkeit, die ganz typisch „geräuchert“ riecht, ist ein altes Heilmittel bei Hautproblemen, wirkt allerdings stark hautreizend.

Achtung: Nicht alles, was „Birke“ im Namen trägt, ist gut für unsere Tiere! Das Süßungsmittel Birkenzucker (Xylit), das übrigens nicht etwa aus Birken, sondern aus landwirtschaftlichen Reststoffen hergestellt wird, ist für Hunde tödlich!

Aberglaube rund um die Birke und das Vieh

In der Tradition keltischer Druiden wurde die Birke beim Vieh ziemlich brachial verwendet. Schläge mit einer Birkenrute sollten die Lebenskraft des Baumes auf das geschlagene Tier übertragen und seine Gesundheit und Fruchtbarkeit fördern. In manchen Gegenden Europas wurde das Vieh nach dem Winter mit Birkenzweigen auf die Weide getrieben. Auf kranke Körperteile wurde ein Birkenbesen aufgelegt, mit dem man vorher Spinnweben abgekehrt hatte. Außerdem sollten Birkenzweige an der Stalltür Hexen, böse Geister, Unheil und Ungeziefer abhalten. Ob ein Pferdestall wirklich von Lästlingen und Schädlingen verschont bleibt, wenn man ihn zu Glockengeläut mit einem Birkenbesen reinigt, dessen Reisig zu Weihnachten geschnitten wurde, müsste man ausprobieren …

Welche Inhaltsstoffe sind für die Wirksamkeit von Birkenblättern und Birkenrinde verantwortlich?

Birkenblätter enthalten 2–3 % Flavonoide, die eine Erhöhung der Harnmenge bewirken. Der Pflanzenpresssaft ist besonders reich an diesen sekundären Pflanzenstoffen. Zudem finden sich in den Blättern Phenolcarbonsäuren, Gerbstoffe, Triterpene sowie ätherisches Öl und Mineralien. Die harntreibende Wirkung der Birkenblätter hat keine negativen Auswirkungen auf den Mineralstoffhaushalt! Birkenblätter unterstützen die Entgiftung und Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und fördern den Stoffwechsel. In Versuchen konnte gezeigt werden, dass Birkenblätterextrakte auch fiebersenkend wirken.

Getrocknete Birkenrinde besteht zu ca. 34 % aus Betulin, einem weißen, geruchlosen, fettlöslichen Stoff. In zahlreichen Studien wurde die entzündungshemmende, antibakterielle und wundheilungsfördernde Wirkung von Betulin nachgewiesen. Als Bestandteil von Cremen und Hautölen regt der Wirkstoff die Beweglichkeit der Immunzellen der Haut an, beschleunigt die Wundheilung und fördert die Regeneration der Haut. In einigen Versuchen zeigte sich die positive Wirkung von Betulin auf den Stoffwechsel, vor allem im Hinblick auf verbesserte Insulinempfindlichkeit. Weiters laufen Untersuchungen, ob Betulin auch bei Melanomen wirksam sein kann. Zudem enthält die Birkenrinde 4–6 % ätherische Öle.

Bei welchen Beschwerden von Pferd und Hund werden Birkenblätter und Birkenrinde verwendet?

Die harntreibenden Eigenschaften der Birkenblätter wirken unterstützend bei Infektionen und Entzündungen der ableitenden Harnwege, bei Harngrieß, Nieren- und Blasensteinen. Da Birkenblätter sehr sanft wirken, entfalten sie ihre Wirkung besonders gut in Kombination mit anderen harntreibenden und entschlackenden Kräutern wie Brennnessel und Löwenzahn. Äußerlich können sie zur Behandlung von Ekzemen und Wunden eingesetzt werden. Birkenblätter regen den Stoffwechsel an und helfen bei chronischen Hautleiden. Pferden und Hunden tut eine Frühjahrskur mit Birkenblättern gut, um den Stoffwechsel auf Trab zu bringen!

Tipp: Frische, noch glänzende und klebrige junge Blätter können auch roh unters Futter gemischt werden.
Äußerlich angewendete Extrakte aus der Birkenrinde fördern den Regenerationsprozess irritierter Haut bei Juckreiz und Ekzemen.
Achtung: Zubereitungen aus entwässernd wirkenden Kräutern sind nicht für Daueranwendungen geeignet. Die vom Hersteller angegebene Anwendungsdauer sollte nicht überschritten werden!
Bei Tieren, die infolge mangelnder Herzleistung oder Nierenerkrankungen an Ödemen leiden, dürfen Birkenblätter nicht angewendet werden!

Quellen und weiterführende Literatur

  • rendieck-Worm, C., & Melzig, M. F. (2018). Phytotherapie in der Tiermedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • Hensel, A., & Zahn, T. (23. 11 2017). Deutsche Apotheker Zeitung. Birkenrindenextrakt zur Wundheilung, S. 34. Von Birkenrindenextrakt zur Wundheilung: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-47-2017/birkenrindenextrakt-zur-wundheilung abgerufen
  • Redaktion. (31. 01 2014). Pflanzenforschung.de. Von Birken Wirken: https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/birken-wirken-forscher-untersuchen-die-heilende-wirkung-10197 abgerufen
  • Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Di Carlo, A., & Widmaier, W. (2008). Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Berlin-Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
  • Wick, B. M. (Juni 2017). Karger. Von Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin: https://www.karger.com/Article/FullText/475587 abgerufen